new world dis/order

Konferenz
new world dis/order
18. 6. bis 4. 7. 2021
New „Brothers in Arms“, conversation with Katharina Nocun (DE) and Katharina Meyer (DE)
Foto: Michel Klehm

Von neuen Weltordnungen – oder aber einer in Unordnung geratenen Welt – ist im letzten Jahr viel die Rede gewesen. Wahlen, Pandemie und Klimakrise haben die Verwerfungen einer globalisierten und digitalisierten Lebenswelt so deutlich hervortreten lassen wie nie zuvor. Den dabei unübersehbar gewordenen Phänomenen unserer „verrenkten Zeit“ (Shakespeare) widmet sich das Konferenz- und Diskursprogramm des diesjährigen Festivals unter dem Titel new world dis/order. Es betrachtet die immer brutaler werdenden Kultur- und Informationskämpfe im Netz und die überwachungskapitalistischen Praktiken von Tracking-Technologien zum Wohle der Gesundheit. Es hinterfragt den quasi-religiösen Glauben an die Unfehlbarkeit von Daten und das oft blinde Vertrauen in technologische Lösungen für alle erdenklichen Probleme der Menschheit. Es ergründet die frappante Fragilität erdumspannender Infrastrukturen und das beinahe verzweifelte Festhalten an einem auf unendlichem Wachstum ausgerichteten und auf Ausbeutung aller Ressourcen basierendem Wirtschaftssystem sowie die damit einhergehende, womöglich unumkehrbare Zerstörung der Erde durch und für vom Menschen erfundene Technologien. Es zeigt daher auch die Dringlichkeit, neue Formen der kollektiven Vernunft und des gemeinsamen Handelns zu finden sowie Visionen und Konzepte zu formulieren, wie sich digitale Technologien zum Nutzen aller einsetzen ließen. Es geht also letztlich um nichts Geringeres als die Rettung des Planeten und die Frage, in welcher Welt/Un/Ordnung wir zukünftig (über)leben wollen.

An drei Wochenenden diskutieren und reflektieren namhafte Theoretiker:innen, Wissenschaftler:innen und Künstler:innen zu drei damit verbundenen thematischen Schwerpunkten: der sociosphere, der ecosphere und der bodydatasphere.

Das Programm setzt sich zusammen aus live aus der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Halle (Saale) gestreamten Sendungen und zugeschalteten Übertragungen, einer Reihe von Online-Performances und Filmen von Künstler:innen der European Media Art Platform (EMAP) sowie eigens produzierten Podcasts und Features.

Das Konferenz- und Diskursprogramm new world dis/order findet in Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes und mit Unterstützung der ZEIT-Stiftung statt. Kuratiert von Sandra Naumann und Daniela Silvestrin.

UPDATE – Freier Zugang zu den Konferenzsessions in Präsenz ist mit Registrierung vor Ort möglich.