Übergordnete Werke und Veranstaltungen

#Un/ordnungsgemäße Körper

Arts of Vulnerability

DE 2021
Sonntag
4.7.2021
17:00

Es ist an der Zeit, die Zentralität des Menschlichen, wie wir sie kennen, zu überwinden. Stattdessen sollten wir Platz schaffen für Verwicklung und Symbiose – auch wenn es wehtut.

Auf der Grundlage ihres disziplinübergreifenden Kunstschaffens wird Margherita Pevere über ihre aktuelle Forschung berichten und entscheidende Fragen unserer Zeit diskutieren. Dazu müssen wir zunächst fragen, wer „wir“ sind und was „unsere“ Zeit ist. Dies ermöglicht eine Diskussion über Grenzen, Wissen, Daten und Körperausscheidungen. Peveres Ideen nehmen radikale Formen an und fordern die Verletzlichkeit unserer Körper zurück, sowohl im Hinblick auf technologische Eingriffe als auch auf ökologische Verwicklungen. Verletzlichkeit zu reklamieren, bedeutet anzuerkennen, dass Körper von Natur aus ungeschützt, exponiert und niemals versiegelt sind, und diesen Mangel an Verschlossenheit als etwas zu begrüßen, das eine Koexistenz möglich macht. Die Rückforderung von Verletzlichkeit ist ein radikaler politischer Akt in einer Zeit zunehmender Umweltzerstörung: Es ist notwendig, das Menschliche als etwas mehr als Menschliches zu denken, ja vielleicht als ahumane Dimension. Doch mit der Rückforderung ist es nicht getan: Wir müssen lernen, uns in der Komplexität unserer Zeit zurechtzufinden und die Illusion, dass die Technik es schon richten wird, beiseite zu lassen. Womöglich brauchen wir „Künste der Verletzlichkeit“ als künstlerische, ethische und taktische Strategien.

Macht euch bereit für einen Einblick in die Ökohumanwissenschaften, in Ökologien von Tod und Sex, in Biokunst und Performancepraxis, in queere und feministische Studien, und all das mit einer provokativen Herangehensweise an die klassische Trennung von Körper und Umwelt.

Vortrag mit Margherita Pevere (IT), moderiert von Daniela Silvestrin (DE)

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