Übergordnete Werke und Veranstaltungen

(56) Welwitschia mirabilis (# 2, Deutschland Süd-West)

2022

Im Zentrum des seid 2012 andauernden recherchebasierten Projektes Amnunition Project: A Composition on Invisible Hands stehen ethische Fragen an die koloniale und neokoloniale Logik ökonomischen Handelns vor dem Hintergrund der deutschen und internationalen Waffenproduktion. Während einer Forschungsreise nach Namibia im Jahr 2019 besuchte Natalia Schmidt dortige Uranminen und lernte die Urpflanze Welwitschia mirabilis * kennen: Diese endemische und klimatisch resistente Wüstenpflanze ist – zum ersten Mal seit 112 Millionen Jahren – durch die Folgen des Uranabbaus in ihrer Existenz bedroht. Ihre Erhaltung in Gewächshäusern stellt eine befremdliche Umkehrung kolonialer Neugier dar: Während sie in unseren Breitengraden künstlich in Gewächshäusern „bewahrt“ wird, droht sie in ihrem natürlichen Lebensraum auszusterben – einem Lebensraum, der unter menschenrechtswidrigen Bedingungen seiner Ressourcen beraubt wird, welche in globalen Kriegen Verwendung finden. So wird die Welwitschie zu einem Symbol von Völkermord und Ökozid, das Raum und Zeit ins „Menschliche“ transzendiert.

  • Die Pflanze wurde nach dem österreichischen Botaniker Friedrich Welwitsch (1806-1872) benannt.
    Auf Afrikaans heißt sie tweeblaarkanniedood: „Zwei-Blatt-kann-nicht-sterben“. Die Nama nennen sie ǃkharos oder khurub, die Damara nyanka und die Herero nennen sie onyanga, was „Wüstenzwiebel“ bedeutet. N`tumbo ist der angolische Name und bedeutet "Stumpf".

Fotografie, Hahnemühle Fine Art Print, 42,5 x 32,5 cm (gerahmt)
Teil des Work in Progress Ammuntion Projects: A Composition on Invisible Hands(2012-ongoing).

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