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Quasi la stessa luna
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Still aus Quasi la stessa luna, Qiao ShiYi
© Qiao ShiYi, 2025
Diese Arbeit entspringt einer lang andauernden Beobachtung des Mondes bei Nacht. Wenn der Blick auf ein fast unbewegliches Bild gerichtet bleibt, beginnt sich die Wahrnehmung zu verschieben: Während der Körper weiterhin auf denselben Punkt am Himmel blickt, wandert der Geist durch Erinnerungen, Erwartungen und innere Bilder.
In diesem Zustand des Schwebens erscheint die Zeit nicht mehr als lineare Abfolge, sondern als instabiles Feld, in dem mehrere Zeitlichkeiten nebeneinander existieren und sich überschneiden.
Im Video erscheint der Mond als stabiler Bezugspunkt, doch durchziehen ihn subtile Variationen: Wolken verhüllen ihn, seine Position verschiebt sich leicht, und für einen kurzen Moment taucht ein Mond auf, der fast identisch, aber nicht ganz derselbe ist. Diese Beinahe-Identität führt zu einem Wahrnehmungsbruch, in dem die Gegenwart ins Wanken gerät, ohne sich jemals vollständig aufzulösen.
In diesem fragilen Raum zwischen einem Bild und dem nächsten wird eine Form zeitlicher Parallaxe wahrnehmbar: Die Gegenwart wird ständig von anderen Zeiten berührt, ohne jemals ersetzt zu werden. Die Zeit dehnt sich aus und gerät aus dem Gleichgewicht, wodurch eine Wahrnehmung entsteht, in der das, was hier und jetzt ist, immer schon teilweise woanders ist.
Das Betrachten wird so zu einer Erfahrung von Dauer und Instabilität, in der die Zeit nicht fließt, sondern sich ansammelt, spaltet und abweicht.