Übergordnete Werke und Veranstaltungen
Die Zeit im Fluss
Personen
Media
Die Zeit im Fluss, Benjamin Borisch
© Benjamin Borisch, 2026
Die Zeit im Fluss - die Zeit als Wesen.
Das Fenster ist die scheinbare Grenze zwischen zwei Zeiten. Drinnen: Dunkelheit, Stillstand, ein Auge, das schaut. Draußen: Bewegung, Licht, Welt. Doch das fotografische Bild widersetzt sich der Gewissheit der Dinge. Die Konturen lösen sich auf, Gegenstände werden zu Schlieren, als hätte die Zeit selbst ihre Hand über das Bild gelegt... Nichts bleibt scharf, weil letztlich nichts bleibt. Was wir sehen, ist kein Moment - sondern eher seine Dauer. Ein kurzer Beweis dafür, dass die Welt nicht primär aus Dingen besteht, sondern vielleicht aus Transitionen. Die Zeit im Fluss. Statt Zeit nur als abstraktes Konzept zu verstehen, erscheint sie also hier und da als handelndes, fühlendes oder sogar leidendes Wesen. Francisco de Goya greift dieses Motiv in seinem Werk Saturn verschlingt seinen Sohn auf und macht Zeit zu einer unheimlichen, unerbittlichen, ja zerstörerischen Macht.