Übergordnete Werke und Veranstaltungen

Denkmäler des Irrtums - Hoffnung von Gestern - Folklore von Morgen

DE 2015

Die Teller hat Andree Weißert gemeinsam mit seiner Partnerin Mia Grau vor ca. 11 Jahren entwickelt. Sie haben sich damals mit dem Begriff „Futurnostalgie“ beschäftigt und sich gefragt, wie Nostalgie entsteht. Seitdem ist der Atomausstieg in Deutschland vollzogen und die Debatte um die zivile (und militärische) Atomenergienutzung hat sich seit dem mehrmals stark polarisierend verändert - in dieser Debatte sind die Atomteller tatsächlich zu einem Symbol geworden, haben schon viele mediale Beiträge zum Thema illustriert, wurden ausgestellt, von Museen gekauft und haben sogar in der Wissenschaft und Denkmalpflege einen Platz gefunden. An den Tellern erleben wir, wie Zeit vergeht. Wandteller stehen für Heimat, Idylle, Nostalgie, für Windmühlen in Delfter Blau. Was Windmühlen früher waren, sind Atomkraftwerke heute: Energiebauwerke. Ihre ikonenhaften Silhouetten prägen die Landschaft und damit unser Heimatbild. Als Kathedralen einer technologischen Weltanschauung versprachen sie Unabhängigkeit und unendliches Wachstum. Sie sind Zeugnis ihrer Epoche, Relikte des Fortschritts und Zeichen einer Zeitenwende. Die Tage der Windmühlen sind längst vergangen und nun neigt sich die Dämmerung über die Ära der deutschen Atomkraft. Höchste Zeit also, Atomkraftwerke als das zu zeigen, was sie sind: Denkmäler des Irrtums - Hoffnung von Gestern - Folklore von Morgen.

Atomteller

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