Übergordnete Werke und Veranstaltungen

I‘ve never felt hotter - Paula in the studio (W28)

DE 2026

Während ihrer Schwangerschaft begleitete Caroline Cramer ihre ehemalige Mitbewohnerin Paula sowohl als enge Freundin als auch künstlerisch. In dieser Zeit entstand eine umfangreiche Serie von Zeichnungen und Malereien, in denen sie ihren sich verändernden Körper über mehrere Monate hinweg beobachtete. Die Arbeiten verhandeln Schwangerschaft als verdichtete Übergangsphase zwischen Vergangenheit und Zukunft, einen Moment, in dem sich das bisherige Leben und die noch ungewisse Rolle als Mutter überlagern und parallel verarbeitet werden. Vergangene Wünsche und Ziele treffen auf existenzielle Fragen, Erwartungen und Visionen der Zukunft, sodass beide zeitlichen Ebenen zugleich spürbar werden. Zeit wird hier im Körper selbst sichtbar. Innerhalb weniger Monate verändert sich seine Form grundlegend, während sein zukünftiger Zustand noch offen bleibt. Hierbei spielen gesellschaftliche Schönheitsideale und die Wahrnehmung des eigenen Körpers eine Rolle: Das Körpergefühl verschiebt sich, wird neu verhandelt und in den Bildern erfahrbar. Durch die mehrfachen Darstellungen desselben Körpers innerhalb einer Komposition und die überlagerten Posen entsteht eine uneindeutige Bildzeit, in der verschiedene Momente gleichzeitig präsent sind. Der dialogische Arbeitsprozess zwischen Modell und Künstlerin verschiebt das kunsthistorisch geprägte Verhältnis von Künstler und Muse, das den weiblichen Akt lange bestimmt hat. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Debatten um Mutterschaft, Care-Arbeit und Gleichberechtigung eröffnen die Arbeiten einen Reflexionsraum darüber, wie Körper, Rollenbilder und gesellschaftlicher Wandel miteinander verbunden sind.

Acryl und Öl auf Leinnwand
130 x 175 cm

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