Übergordnete Werke und Veranstaltungen

I (fons)

DE 2019

Ritualisierter Blick auf das Smartphone. Beständige Wiederholung. FOMO. Notifications. FOMO. Eingeübte Bewegungsmuster: Wissend das Gerät ertasten, es herausfischen, zwischen Handfläche und Fingern balancieren, Home Screen entsperren. Lights on: Uhrzeit, Kompass, Karte, Nachrichten, Nachrichten, wichtige Informationen, unwichtige Informationen, eine Musikanlage mit allen Songs der Welt. Die Hand ist voll und das Gerät leicht. Keine tickende Uhr, aber eine digitale Anzeige; Zeitzeugin. Blick darauf: Minute vergangen. Sicherheit. Das Telefon darf verschwinden aber bleibt nah; von Körperwärme behütet. Bis die Unsicherheit wächst, in Erwartung (oder: Hoffnung? Befürchtung? Notwendigkeit? Fortschrittskompensation?) der/einer nächsten Minute.

I (fons) ​befasst sich mit (unbewussten) Mustern im Umgang mit Smartphones—und der Zeit, die dafür eingetauscht wird. Es entsteht die Betrachtung eines Geräts als Kunststück der Aufmerksamkeitsökonomie. Um an routinierte und automatische Smartphone Nutzungen anzuschließen, werden die Gipsgüsse auf dem Boden in Form eines Ovals platziert und an mehreren Stellen aufeinandergestapelt. Die Ovalform und die Stapel erinnern dabei an Wiederholungen, Zyklisches und stark abstrahiert an ein Ziffernblatt, das steht. Relative Zeit, relative Aufmerksamkeit.

95 aus Gips gegossene iPhones, teils graviert.
jeweils H 140 mm x B 67 mm x T 5 mm.

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