Übergordnete Werke und Veranstaltungen
feldarbeiterin
Personen
Was, wenn die Knie nicht nur die eigenen sind, sondern immer auch die einer anderen, deren Knie bei der Feldarbeit schmerzen, die die Kinder runter in den Keller schleppen, die zittern beim Bomberalarm, im Alter wegbrechen, die, die sich immer ins Beet knien? Der Lyrikzyklus feldarbeiterin verhandelt Erinnerung als körperlich und generationell eingeschriebenen Prozess. In den Gedichten vergeht Zeit nicht linear, sondern folgt der Suche nach einem Erinnern, das zurückspringt, versagt, sich in Gegenständen, Gesten und die umgebende Landschaft einschreibt. Erfahrungen von weiblicher Fürsorge und Verlust werden zum transgenerationalen Kit. Das Ich und Du im Text gehören einander an und bleiben sich in der Gegenwart doch entzogen, durch die Unmöglichkeit eines gemeinsamen Erinnerns. Dabei steckt der Körper des angesprochenen Du im Text noch in der Landschaft, in der Arbeit, im Land selbst – während das lyrische Ich dies Jahre später als unüberwindbare Spur auf sich selbst wiederfindet.