Übergordnete Werke und Veranstaltungen
Drüben (2017-2022)
Personen
Media
Drüben, Melanie Schulz
© Melanie Schulz, 2017-2022
Die Kleinbildserie Drüben fängt fragile Abschiedsmomente eines Ortes, eines Menschen ein, wie statische Spuren: vertraute Räume und Rituale werden als starre Ausschnitte fixiert, die persönliche Erinnerungen aktivieren. die Bewohnerin, deren Persönlichkeit und Präsenz in Laube, Beeten und Provisorien nachhallen, während ihr Verlust sie unsichtbar macht. der Kleingarten als Konglomerat von Raum und Zeit trägt Spuren vergangener Improvisationen, familiärer Stunden, demografischen Wandels, der Orte leer zurücklässt oder neu besetzt – ein Ort, der Geschichte spricht, ohne sie explizit zu nennen, an dem Nachbarschaftlichkeit immer wieder neu definiert und verhandelt werden muss. ein Ort, der so vertraut und doch so fremd sein kann. Im Verschmelzen von innen und aussen zwischen Provisorien und unbesetzten Stühlen schwingt sehnsucht mit. der Blick ist nach innen gekehrt und lässt so keine direkte räumliche oder zeitliche Verortung zu. Die fotografische Genauigkeit suggeriert Dokumentation, öffnet aber auch räume für subjektive Projektionen. dabei interessierte Melanie Schulz, wie intime Erfahrungen – familiäre Beziehungen, Rituale, Räume – zu Bildsequenzen werden, in denen sich persönliche und kollektive Erinnerung überlagern und in eine poetische, leise Bildsprache übersetzt werden können.
Licht, Schatten, Ausschnitte und Reihen von Bildern erzeugen eine Stimmung zwischen Nähe und Distanz, zwischen Festhalten und Verschwindenlassen. vertraute Räume wirken Fragmentiert und Persönlich, als würde man in eine private Sphäre hineingezogen, und machen so spürbar, wie Orte zu Trägern von erinnerungen werden, während gleichzeitig der Moment des Loslassens mit erzählt wird. Ein Ort und ein Leben, die als Gefühl bleiben.