AUTOMATIE
Personen
Media
Automatie, Leonia Ohlow
© Leonia Ohlow
AUTOMATIE ist eine Installation bestehend aus einem 3-Kanal-Video und einem kippelnden Stuhl. Die Videos zeigen drei Perspektiven auf dasselbe Geschehen: eine Apparatur, die sich um eine doppelflammige Kerze dreht und jeweils eine Seite anzündet, während sie die andere löscht. Mit jedem Wechsel erscheint eine Person im Licht und verschwindet wieder im Schatten. „Eine Kerze von zwei Enden brennen lassen“ bedeutet allgemein, sich zu verausgaben – die eigenen Ressourcen intensiv, aber nur für kurze Zeit zu nutzen, ohne an die Zukunft zu denken. In der Arbeit jedoch brennen die Kerzenenden abwechselnd, fast wie ein Uhrwerk, dessen Rhythmus immer wieder aus dem Takt gerät. Auf der Soundebene klingt es sich, als säße man mitten in diesem Uhrwerk. Zeit wird hier nicht linear, sondern zyklisch erzählt – ein ständiges Kommen und Gehen, fragil, kostbar und gleichzeitig endlos und wiederholbar: ein Moment kann Anfang und Ende zugleich sein. Im Raum selbst steht ein Stuhl, der auf seinen Hinterbeinen vor- und zurück kippelt. Ein Balanceakt oder ungeduldiges Warten? Die Installation lädt ein, die Zeit als sich ständig verschiebenden Moment zu erleben: früher, später, wieder früher – und doch nie ganz vorhersehbar.