Sensing and Hacking the (Soft) Self

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#Digitale Körper und Sinne
Sensing and Hacking the (Soft) Self
3. 7. 2021
DE 2021
Chris Salter, Karin Harrasser und Christoph Engemann (v.l.n.r.)
Foto: Michel Klehm
Chris Salter
Foto: Michel Klehm
Karin Harrasser
Foto: Michel Klehm
Christoph Engemann
Foto: Michel Klehm
Foto: Michel Klehm

Mit Hilfe digitaler Technologien wie Sensorik und Machine Learning entstehen immer neue Anwendungen, die Sinneswahrnehmungen berechnen und modellieren, stimulieren und kontrollieren. Das sensorisch empfindende Subjekt und seine zunehmend „sensorisch bewusste“ technologische Umgebung verschwimmen. Die Idee einer solchen „sinnlichen Verkopplung“ von Mensch und Technologie ist allerdings nicht neu, sondern reicht über 150 Jahre zurück.

Gustav Fechner, ein ausgebildeter Arzt, der in den 1840er-Jahren ein wichtiger Akteur in den aufkommenden Wissenschaften der Psychologie und Physiologie war, gehörte zu den ersten Wissenschaftler:innen mit einer Idee, die ihrer Zeit weit voraus war; einer Idee mit radikalen Auswirkungen darauf, wie wir Fühlen und Wahrnehmung in Bezug auf von Menschen entwickelter Maschinen betrachten. Fechners wissenschaftliche Theorie, die so genannte Psychophysik, eine „Theorie der Beziehungen zwischen Körper und Geist“, zielte darauf ab, eine messbare Verbindung zwischen zwei Sphären herzustellen, die lange getrennt geblieben waren: dem materiellen, physischen und dem geistigen, psychologischen Universum. Heute ist die Psychophysik sehr lebendig an Orten, an denen man sie am wenigsten vermutet: in den Forschungslaboren von Unternehmen, die das neueste kabellose Lautsprechersystem oder VR-Headset entwickeln, oder in Start-ups, die sensorgesteuerte Wearables herstellen.

In seinem Vortrag zeigt Chris Salter – Autor des in Kürze erscheinenden Buches Sensing Machines. How Sensors Shape our Everyday Life – auf, dass man Sinneswahrnehmungen nicht nur mit Hilfe der Mathematik quantifizieren, sondern eine solche Theorie auch in eine Designstrategie umsetzen kann, um eine untrennbare Verbindung zwischen Empfindung, Handlung und Wahrnehmung für unsere neuen erweiterten Realitäten zu schaffen. Karin Harrasser (Autorin von Körper 2.0. Über die technische Erweiterbarkeit des Menschen) wird ausführlich auf seine Gedanken eingehen.

Keynote Vortrag mit Chris Salter (CA) und einer Respondenz von Karin Harrasser (AT), moderiert von Christoph Engemann (DE)