Mansfelder Geschrey

Root Event

Mansfelder Geschrey
23. 10. bis 8. 11. 2020
DE 2020
v.l.n.r.: Gerhard Sido, Horst Schwan, beide aus Siersleben, beide Bergleute Otto-Brosowski-Schacht Augsdorf, später beide Brigadeleiter Thomas-Münzer-Schacht Sangerhausen bis kurz vor der Wende
© Peter Ziaja, Thomas Jeschner
v.l.n.r.: Herbert Funda, Herbert Kaiser, beide aus Oeste, beide im Otto-Brosowski-Schacht Augsdorf Handwerker bis zur Schließung dort 1968
© Peter Ziaja, Thomas Jeschner
Eleonore Jarreck, aus Eisleben hat auf dem Fortschritt-Schacht bei Eisleben Schlosserin gelernt und war als Schlosserin Anfang der 1950er unter Tage tätig
© Peter Ziaja, Thomas Jeschner

In den Biografien der Menschen des Mansfelder Landes spiegeln sich vielfältige soziale und politische Veränderungen wider. Das Ende der 800-jährigen Bergbau- und Hüttentradition im Jahr 1990 ist ein einschneidendes Ereignis im Mansfelder Land. Die persönlichen Erinnerungen der letzten Generation der mansfeldischen Bergleute festzuhalten, ist ein Anliegen der Arbeiten von Thomas Jeschner. In Eisleben aufgewachsen, erlernte er den Beruf des Bergmanns. Seit nunmehr zehn Jahren führt er Gespräche und Interviews mit Menschen im Mansfelder Land.
Die Videoinstallation Mansfelder Geschrey basiert auf Interviews, die 2013 und 2014 unter Regie von Thomas Jeschner vor Ort geführt worden sind. Die Kamera führte Peter Ziaja. Außerdem waren Jürgen Radam und Andreas Sonntag beteiligt. Die Arbeit besteht aus acht im Halbkreis angeordneten Monitoren, auf denen jeweils Ausschnitte aus einem Interview mit einzelnen oder mehreren Bergleuten in einem Strang von etwa 30 Minuten zusammengefasst sind. Die Ausschnitte sind nach Themen wie Intention der Arbeit, Schließung der Schächte und Hütten, Angst, Tod und die Frage nach Herkunft geordnet. Das Publikum steht im Mittelpunkt der Installation. Betrachtende können sich individuell dem Strom der Geschichten hingeben.

Videoinstallation mit Interviewsequenzen ehemaliger Bergleute des Mansfelder Reviers von Thomas Jeschner