The Law of the Land

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6. Werkleitz Biennale Common Property / Allgemeingut
The Law of the Land
Emma Kay, The Law of the Land, 2002, detail, seven panels of text, Courtesy of The Approach, London

„The Law of the Land“ ist ein Text aus einer Reihe von Texten, die Emma Kay aus dem Gedächtnis niedergeschrieben hat. Die Texte demonstrieren dabei weniger die Macht der Erinnerung; vielmehr veranschaulichen sie, wie sich Personen genauso gut mit ihrem fehlenden Wissen wie mit ihrem vorhandenen Wissen identifizieren. Die sieben Tafeln enthalten alles, was die Künstlerin von britischen Gesetzen erinnert, ohne dabei auf Hilfsquellen zurückzugreifen. Sie versucht herauszufinden, was man über Gesetze, die immerhin das Leben als StaatsbürgerIn regulieren, wissen könnte. Der Text erweckt dabei von Schriftbild und Anordnung her den Eindruck, es würde sich um gesetzliche Dokumente handeln. Die Präsentationsform – eine alphabetische Auflistung der Gesetze – ist dabei völlig fiktiv, lässt diese aber offiziell und legitim erscheinen. Die von Kay memorierten Gesetze umfassen u. a. das Gesetz zum Dienstgeheimnis sowie das Gesetz für menschliche Fruchtbarkeit und Embryologie und decken unter vielem anderen Mord, Zivilrecht, Sport, Terrorismus und Landrecht ab.

„The Law of the Land“ zeigt, wie sehr man die Grundlagen des Regiertwerdens internalisiert hat, selbst wenn man nur seinem alltäglichen Leben nachgeht. Ebenso demonstrieren die Texte, wie unentwirrbar das Gesetz mit persönlichen Moralbegriffen und dem politischen Denken der Einzelnen verbunden ist. Insofern verleiht die Arbeit dem, was nie gesehen wird, eine physische Existenz: dem Gesetzeskörper.

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