The Attendant

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5. Werkleitz Biennale 2002 Zugewinngemeinschaft
The Attendant
GB 1992

Isaac Juliens wunderschöner Kurzfilm „The Attendant“ (1992) handelt von den schwulen, sadomasochistischen Fantasien eines schwarzen Museumswärters. Inspiriert von dem französischen Gemälde „Sklaven an der afrikanischen Westküste“ aus dem 19. Jahrhundert, konfrontiert der Film weiße koloniale Darstellungen von Sklaverei mit dem schwulen, sadomasochistischen Begehren eines Schwarzen. Juliens fantastische Nachstellungen von Gemälden als S/M-Fantasien stellen die festgefahrenen Vorstellungen des Verhältnisses zwischen Schwarzen und Weißen in Frage. Er erläutert: „Die populäre ,schwarze‘, ,heterosexuelle‘ Interpretation, bei der die Zeichen von S/M (Peitschen und Ketten) für eine neokoloniale, rassistische und sexistische Praxis stehen, ist ein Versuch, diese Bilder in der Zeit zu ,fixieren’, und
führt so die weiße Macht und Vorherrschaft fort. Sie ist daher reduktionistisch, eine Fehlinterpretation des ,Theaters des S/M’ basierend auf politisch korrekten Vorstellungen von sexuellen Praktiken in einer Welt ohne Fantasie.“ Juliens facettenreiche Vision eines Begehrens zwischen den „Rassen“ erhält eine humorvolle Komponente durch die Nebenrollen, die von dem Theoretiker Stuart Hall, dem Schriftsteller Hanif Kureishi und dem Popsänger Jimmy Sommerville gespielt werden.

Isaac Julien (GB), The Attendant, 1992, 8Min.

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