Somewhere else

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4. Werkleitz Biennale real[work]
Somewhere else
SE 1998
© Thomas Bruns
© Thomas Bruns

 

Die veränderten Anforderungen und Arbeitsprofile in der neuen Dienstleistungsgesellschaft haben ebenfalls zu einer Veränderung der Kleiderordnung geführt. Der Anzug hat als männliches Bekleidungsstück seinen Weg aus den Amtsstuben und Chefetagen in die breite Bevölkerung jedoch nahezu unverändert überdauert. „Die Entwicklung der formellen und öffentlichen Inszenierung männlicher Präsentation ist engstens mit der Geschichte des Anzugs verbunden. […] Seit gut 150 Jahren repräsentierten Männer im Anzug Kompetenz, Macht und Sexappeal.“ Maria Friberg hat in verschiedenen Videoarbeiten die Funktion des Anzugs als Uniform und als schützende Rüstung vorgeführt. Zugleich thematisiert sie die Schwachstellen des Kleidungsstücks und seiner Träger. In der Videoinstallation „Somewhere else“ sitzen männliche Anzugträger an einem Tisch, vielleicht ein Konferenztisch. Zu sehen ist nur ihre Aktivität unterhalb des Tisches. Ihre Beine bewegen sich in einer Art unbeholfenem Ballett, welches das Ritual von Besprechungssituationen, ihre immer gleiche Erscheinung völlig ungeachtet des besprochenen Inhalts vorführt. Es ist zugleich eine Situation, in der das gezeigt wird, was nicht sein soll. Man sieht das Bein zwischen Anzughose und Socke und damit auch das, was der Anzug normalerweise verstecken soll, nämlich die Verletzlichkeit seiner Träger.

Maria Friberg, SE 1998, Somewhere else, Videoinstallation

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