Sakropop „Bei Verwendung einer Beatband in der Lautstärke auf die Gemeinde Rücksicht nehmen!"

Root Event

7. Werkleitz Biennale 2006 Happy Believers
Sakropop „Bei Verwendung einer Beatband in der Lautstärke auf die Gemeinde Rücksicht nehmen!"
9. 9. 2006
DE 2006

Der „Schwund an jugendlichen Gottesdienstbesuchern“ wurde in den 1970er Jahren nicht selten mit der „weitgehenden Ausgrenzung der Lebenswelt von Jugendlichen“ aus dem Gottesdienstgeschehen erklärt. Notgedrungen musste die Kirche Popmusik als wichtigste Ausdrucksform von Jugendlichen akzeptieren. Die lange, schwierige, zähe und tragikomische Integration von Pop in die Kirche erzählt die Geschichte des Sakropop. Sakropop ist „neue Kirchenmusik mit Stilmitteln moderner Popularmusik“, so Martin Bubmann, der Diedrich Diederichsen der Szene. Sakropop hat die zahllosen Widersprüche zwischen religiösem Dogmatismus und popkulturellem Freiheitsversprechen in sich aufgenommen und in eine adäquate Form gebracht: Sakropop stellt die vielleicht entfremdetste Form von Pop dar. Nichts an ihm ist authentisch! Und das ist ja schon wieder Pop. Sakropop stellt das wahrscheinlich merkwürdigste Sub-Genre des Pop überhaupt dar. Praktiziert lediglich innerhalb einer beinahe unsichtbaren und völlig unvermittelbaren Subkultur. Eben „Incredibly strange music“.
Der Poptheoretiker Frank Apunkt Schneider wird Höhepunkte seiner umfangreichen Sakropopsammlung vorspielen und umfassend erläutern.

kommentiertes Plattenauflegen von Frank Apunkt Schneider, Bamberg (monochrom)

Explore