Reprodukt

Root Event

2. Werkleitz Biennale 1996 Cluster Images
Reprodukt
DE 1992

Zehn bauchige Keramikvasen aus industrieller Produktion bilden den Grundstock der Bodenarbeit „Reprodukt“. Zusammengefügt zu fünf geschlossenen Hohlkörpern stellen je zwei Vasenbäuche mit jeweils vier Aufsätzen als Bildträger Formen dar, die an Molekuelmodelle aus chemischen Labors, schwere gusseiserne Pumpenteile und dergleichen denken lassen. Die kalte, an Maschinenanstriche erinnernde grüne Farbgebung verstärkt die Verfremdung der ursprünglichen Gebrauchsgegenstände zusätzlich. In „Reprodukt“ werden mechanische, manuelle und fotografische Reproduktionsformen miteinander verbunden. Die Zusammenführung von dreidimensionalem Objekt und seiner zweidimensionalen Abbildung lässt den Blick des Betrachters ständig zwischen zwei Wahrnehmungsebenen wechseln. Schaut er auf das Abbild, das auf tautologische Weise das zu Sehende vorwegnimmt, tritt das Objekt in den Hintergrund. Konzentriert er sich auf das Objekt, verschwimmen die Abbilder. Der Betrachter muss die gesehenen Teilstücke beim Umschreiten der Arbeit aus der Erinnerung zusammensetzen, um zu einem Ganzen zu gelangen. Nur so lässt sich das Cluster entschlüsseln.
(Jens Pepper)

mehrteilige Bodenskulptur, Keramik, Lack, Foto, Gummidruck, 40 x 98 x 98 cm

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