New Journalism

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Werkleitz Festival 2008 Amerika

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Lesungen zu Amerika 2
New Journalism
21. 10. 2008

Die zweite Lesung behandelt die Sicht von Literaten auf ihr eigenes Land. Sylvia Plath beschreibt in America! America! aus Die Bibel der Träume den Verlust des Kindheitsglaubens, dem Traum vom aufrichtigen Amerika. John Steinbeck, Autor des „New Deal“ (1), stößt in Reisen mit Charley (1961) bei seiner Suche nach Amerika auf eine innere Verfasstheit des Landes, die ihn betrüblich stimmt: Rassismus, Perspektivlosigkeit seiner Landsleute sowie Behördenwillkür und absehbare ökologische Probleme des Landes. Tom Wolfe, Vertreter des „New Journalism“ (2),  schreibt in From Bauhaus to Our House über das unbewusste Parodieren des Bauhausstils in Amerika. Abgesehen davon, dass sich Wolfe über die Stillosigkeit seiner Landsleute belustigt zeigt, beschreibt er profund die Hintergründe des Neuen Bauens in Europa und kennzeichnet dessen Export nach Amerika als Versuch eines Kulturtransfers, der aufgrund abweichender Ausgangssituationen scheitert . Nichtsdestotrotz kann Wolfe hier wie auch in seinem Buch The Painted Word auf eine „Export-Import Travestie“ zwischen Europa und den USA verweisen.

(1) Der Begriff bezeichnet ein unter Präsident Roosevelt als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise erlassenes Programm: Mit umfangreichen staatliche Investitionen wurde die Armut in den USA bekämpft. Im Rahmen des New Deal wurden auch Künstler gefördert.

(2) Ein von Tom Wolfe geprägter Begriff, der einen neuen, sehr subjektiven, in den 1960er Jahren aufgekommenen Reportagestil bezeichnet.

Alle drei Lesungen finden in der Galerie Durchlauferhitzer statt. Sie erfolgen in Kooperation mit der „Sprechbuehne“ am Seminar für Sprechwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Es lesen unter künstlerischer Leitung von Martina Haase:

Almuth Hattwich, Ulrike Kerrmann, Hannah Kreft, Anni Lehmann, Franziska Löhr, Stephan Meurer, Jakob Mücksch und Juliane Peterson.

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