Ghost Stories

Root Event

Werkleitz Festival 2014 Doppelgänger
Gast: Yashaswini Raghunandan
Ghost Stories
3. 5. 2014
Bjørn Melhus, I'm Not the Enemy, 2011

Geister treten meist ungefragt ins Leben und begleiten uns häufig lange unbemerkt. Nur selten erhaschen wir sie mit einen Blick aus dem Augenwinkel und müssen dabei feststellen, dass sie sich jenseits unseres Willens bewegen. So ergeht es auch David Bowie, der von Floria Sigismondi mit der eigenen Vergangenheit in Form von einer Gruppe androgyner Rockmusiker konfrontiert wird, die neben ihm einziehen. Tatenlos – und herrlich selbstironisch – sieht er dabei zu, wie sein beschauliches Altherrenleben und seine ihm auf unheimliche Weise ähnelnde Ehefrau Tilda Swinton nach und nach vom Wahnsinn der Jugend (re)infiltriert wird. Auch Oliver kämpft mit seinen Dämonen und Geistern, die immer wieder drohen, sein Bewusstsein zu überschwemmen. Die bildgewaltigen Illusionen des jungen Esten, der an Schizophrenie leidet, hat Katre Haav mithilfe von Animationselementen in den Film eingearbeitet. In I’m Not the Enemy beschäftigt sich Bjørn Melhus ebenfalls mit der Thematik der Kriegsrückkehrer, die in einer Gesellschaft, der der Kriegszustand fremd ist, keinen Halt mehr finden. Wie immer verkörpert der Künstler alle Rollen seines Films selbst – ein Doppelgänger par excellence. Abigail Child erzählt anhand der nachgelassenen Bilder eines anonymen Familienarchivs aus den 1930ern eine fiktionale Geschichte, in der das nahende politische Unheil lange wie eine Fußnote der Geschichte wirkt. Presence begibt sich ins Reich der Wanderarbeiter, die in Asien die Boomtown Bangalore City bauen und sich abends, im Dunkel ihrer notdürftig zusammengezimmerten Wellblechhütten, gegenseitig Geistergeschichten erzählen und davon träumen, selbst den Schritt in ein Leben jenseits der Unsichtbarkeit zu tun.

Explore