Common Property: Screening

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6. Werkleitz Biennale Common Property / Allgemeingut
Common Property: Screening

DAS FILMPROGRAMM DER 6. WERKLEITZ BIENNALE

Die Filmprogramme der 6. Werkleitz Biennale nähern sich dem Thema Allgemeingut aus einer Vielzahl von historischen und aktuellen Perspektiven. Sowohl in direkter als auch assoziativer Anlehnung folgen die Programme den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Frage, wie Allgemeingut gedacht und gelebt werden kann. Welche individuellen und kollektiven Handlungsräume werden durch die zentralisierte Verwaltung und Vermarktung von Wissen, durch die Privatisierung von Ressourcen und die Atomisierung von Öffentlichkeit eingeschränkt? Die Bildung von Gemeinschaften wurde in der Geschichte immer wieder staatlich und ideologisch vereinnahmt, heute folgen die neuen Paradigmen von Sicherheit und Kontrolle nicht weniger rigiden Vorstellungen vom konformen Menschen. Vor diesem Hintergrund präsentieren wir kulturelle Aneignungsprozesse und subversive Strategien, die sich gegen globale kapitalistische Strukturen, repressive städtische Ordnungen und mediale Repräsentationsmuster richten.

So vielfältig sich die inhaltlichen Aspekte der einzelnen Filme und Kurzfilmprogramme gestalten, so unterschiedlich sind die gezeigten Formate und Genres: experimentelle Filme und Videokunst, Dokumentar- und Spielfilme, Lehr- und Werbefilme, Animationen und Musikclips. Einen Zeitraum von 1924 bis 2004 umfassend, zeigen wir Klassiker – u. a. von Slatan Dudow, Hans Richter, Jean Rouch und Alain Resnais – neben in Deutschland noch kaum gesehenen Arbeiten junger Filme- und VideomacherInnen.

Nach der Vorführung der deutschen Bearbeitung der beiden Filme ‚A bientôt j’espère‘ (1968) von Chris Marker und ‚Classe de lutte‘ (1969) von Groupe Medvedkine wird Inger Servolin über Film als kollektiven Produktionsprozess sprechen. Karin Fritzsche diskutiert am Beispiel der von Arbeiterkollektiven gedrehten Filme die Idee des Gemeinwesens in der DDR. Durch die Auswahl der langen Spiel- und Dokumentarfilme lenken wir den Blick auf konkrete Lebenssituationen und die Konfrontation des Subjekts mit den veränderten Bedingungen postindustrieller Gesellschaften: Wie werden die verhärteten Debatten um gentechnologische Forschung im politischen Alltag verhandelt? Was geschieht mit der Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe, wenn aus dem Exil zurückkehrende Familienangehörige der zweiten Generation nicht mehr die gemeinsame Muttersprache sprechen? Wie bildet sich die global immer stärker kopierte Welt der Einkaufs- und Businesszentren auf die Identität der darin Arbeitenden ab? Wie lassen sich durch Eigeninitiative geschaffene Freiräume gegen bestehende Rechts- und Eigentumsverhältnisse verteidigen?

Die Filmprogramme der 6.Werkleitz Biennale formulieren das Anliegen, ähnlich den anderen Bereichen der Biennale, Zusammenhänge transparent zu machen, kontroverse Diskussionen anzuregen und diese in Beziehung zu den Möglichkeiten künstlerischer, filmischer und aktivistischer Praxis zu stellen. A. C., F. W., P. Z.

Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt 05. 09. 2004
Glücklich vereint 05. 09. 2004
A bientôt j`espère 05. 09. 2004
Die Kamera in der Fabrik 05. 09. 2004
Technik des Glücks 05. 09. 2004
The Yes Men 04. 09. 2004
Strategien des Dissens 04. 09. 2004
Stadt von morgen 04. 09. 2004
Volkseigentum – Arbeiter-Kollektive filmen ihr Gemeinschaftsleben Ein kommentiertes Programm mit Filmen und Filmausschnitten zur Idee vom Gemeinwesen in der DDR 04. 09. 2004
Petit à Petit 04. 09. 2004
Schöne reiche Welt 03. 09. 2004
Kulturkopie 03. 09. 2004
Fabrizierte Natur 02. 09. 2004
Gesammeltes Wissen 01. 09. 2004
Mais im Bundeshuus – le génie helvétique
Septemberweizen
Classe de lutte
Kenedi se vraca kuci
Sonic Outlaws
… was man so sein eigen nennt: Der Mauergarten und andere Grenzfälle
Kepone

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