Breaking Water

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4. Werkleitz Biennale real[work]

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Breaking Water

Die politische Herausforderung der Performance hat es den Künstlern historisch und theoretisch ermöglicht, die Betrachtungsweise traditioneller Kunst und Kultur hinsichtlich zeitgenössischer Themen, welche oft als „subversiv“, „kontrovers“ oder „schwierig“ gelten, in Frage zu stellen. Dadurch sind sie in der Lage, die Bedeutung einiger dieser Annahmen zu bestätigen, während sie neue schaffen, die relevant für die kulturellen Bedingungen ihrer Zeit sind. Es ist diese kritische Denkweise der Performance - das Verlangen nach Erfahrung, in Frage stellen und Reagieren auf zeitgenössische Kultur und Neuerschaffen von Kultur aus interdisziplinären und interkulturellen Sichtweisen - die bedeutungsvoll für eine Pädagogik der postmodernen Kunsterziehung ist. Als Methode der Entdeckung und des Ausdrucks, verwurzelt im postmodernen Denken, ermöglichte es die Performance den Künstlern, traditionelle Ästhetik zu kritisieren, die Grenzen zwischen Kunst und anderen Disziplinen sowie zwischen der Kunst und dem Leben herauszufordern und zu verwischen. Hinsichtlich kultureller Identität verschaffte diese Kunstform den Künstlern eine Position, von der aus sie historische Ideologien mit einbeziehen, die Politik der Kunst in Frage stellen und die Komplexität und Widersprüche kultureller Herrschaft der modernen und postmodernen Welten herausfordern können.“ 1


Dargestellt als eine „live“-Sammlung, dient meine Performance als Ort, an dem Ideen, Bilder und Handlungen meiner persönlichen Erinnerungen und kulturellen Geschichte als strategische Metaphern dienen, um kulturelle Unterdrückung zu kritisieren. Ich verwende autbiographische Inhalte zur Erschaffung einer Politik der Identität. Als armenisch-stämmiger Amerikaner der ersten Generation wuchs ich in einem familiären Umfeld auf, in dem viel über die Greueltaten an meinen emigrierten Eltern und Verwandten geredet wurde, die den Völkermord von 1915 überlebten. Ich erfuhr von der Verfolgung von Familienmitgliedern, deren Freunden und deren Volk auf Grund ihrer kulturellen Unterschiedlichkeit. Die fortwährende Klage meiner Eltern half ihnen bei der Bewältigung ihrer Schmerzen und Qualen. Ihre nach außen gerichteten Gefühle nährten meine Vorstellungskraft, riefen Emotionen wach und schärften meine Sinne. In der Welt von heute existieren weiterhin schreckliche Bilder von Ereignissen, hervorgerufen durch kulturelle Ungerechtigkeit, welche das Thema der kulturellen Identität in meinen Werken beeinflussen. In meinen Performances zeige, untersuche und kritisiere ich die unterdrückenden Annahmen des Staatswesens, die meinen Körper gezeichnet und meine Identität geformt haben. Dadurch wird die Kulturpolitik zum Kernstück meiner Performances.

1 Garoian, Charles: Performing Pedagogy: Toward an Art of Politics. Albany: The State University of New York Press, 1999

Charles Garoian (US), Breaking Water, Performance am 7.7.2000 in Tornitz

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