Gespräche im Mansfelder Land - Klaus Feick

Gespräche im Mansfelder Land - Klaus Feick
DE 2022
Klaus Feick und Jan Langhammer
Klaus Feick vorm "Schieferhaus"

Klaus Feick stammt ursprünglich aus einem hessischen Dorf im Odenwald, hat Landwirtschaft studiert und wusste schon früh, daß er kein konventioneller Landwirt werden wollte. Deswegen packte er 1990 die Gelegenheit beim Schopf und siedelte nach Greifenhagen über, wo er mit seiner Frau und zwei Partnern einen Bauernhof übernahm, um dort ökologische Landwirtschaft zu betreiben. Und das zu einer Zeit, in der dieses Konzept auf dem Gebiet der ehemaligen DDR noch weitgehend unbekannt war. Dementsprechend waren die ersten Jahre einerseits von enormer Skepsis auf Seiten der Verbraucher:innen, andererseits aber auch von großer Euphorie und breiter Unterstützung durch die örtlichen Bevölkerung, geprägt. Und so sprechen wir über eine Entwicklung, die „Biotopia“ über einen Zeitraum von gut dreißig Jahren, zu einem breit aufgestellten Unternehmen gemacht hat, das eine eigene Hofmolkerei, sowie einen Feinkostladen in Halle betreibt und mittlerweile auch Ferienwohnungen anbietet.
Das führt uns direkt zu der Frage, was das Mansfelder Land zu einer lebenswerten Gegend macht und blicken auf drei Jahrzehnte voller wirtschaftlicher, ökologischer und kultureller Umbrüche zurück, die ihre Spuren nicht nur in der Landschaft, sondern vor allem auch im gesellschaftlichen Miteinander hinterlassen haben.
In diesem Zusammenhang kommen wir schließlich auch zu Klaus Feicks neuestem Projekt: die Sanierung des „Schieferhauses“ in Wippra. Dieser traditionsreiche Gasthof, im Zentrum des Ortes, blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins 14. Jahrhundert reicht. Der Wiederaufbau dieses, vom Verfall bedrohten, sozialen Treffpunkts brachte ihm nicht nur viele Sympathien, sondern auch die tatkräftige Unterstützung der Wippraer und Wippraerinnen ein. Zumal die zahlreichen bereits stattgefundenen Veranstaltungen, wie Kino, Konzerte und ein Adventskalender das kulturelle Leben bereits jetzt bereichern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
Somit wird hier eine Lücke geschlossen, die symbolisch für eine Vielzahl von Gemeinden im Mansfelder Land steht. Vor diesem Hintergrund besprechen wir zum Abschluss die aktuellen Herausforderungen der Region und schauen, welche Perspektiven es für zukünftige positive Entwicklungen gibt.