Nichts ist von Dauer

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Werkleitz Festival 2022 Mehr oder Weniger
Filmprogramm Werkleitz Festival 2022
Nichts ist von Dauer
16. 9. 2022
DE 2022

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Filmstill aus Alles wandelt sich, Egon Bunne, 1990
Egon Bunne, 1990

Der vor dem Hintergrund des Mauerfalls entstandene Film Alles wandelt sich von Egon Bunne hat bis heute nicht an Kraft und Deutungsebenen verloren. Er vereint drei „Heroen“ mit markanten Aussagen: Bertolt Brecht für den Prolog: „Wie es ist, bleibt es nicht.“ Wolfgang Neuss, mit markanter Stimme schlägt er die Brücke vom Deserteur zum späteren Aussteiger aus der Gesellschaft, und Heiner Müller als Epilog: „Wie es bleibt, ist es nicht.“ Besser kann wohl die Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte in knapp acht Minuten nicht zusammengefasst werden. 

Den Blick auf gut 80 Jahre Ausbeutung von Umwelt und Menschen richtet auf kluge Art und Weise der Film Strahlend grüne Wiese von Sophie Hilbert. Welche Hinterlassenschaften und Geschichten liegen auch 30 Jahre nach dem Ende des Uranabbaus noch in der Wismut verborgen bzw. nur knapp unter der Oberfläche? Welcher Umgang ist mit einer „strahlenden“ Geschichte angebracht und sind Transferleistungen zwischen Vergangenheit und Zukunft denkbar?

Im Westen wurden Potentiale und Ressourcen nicht zwangsweise kollektiviert oder gar im Interesse des Staates beschlagnahmt. Der Kapitalismus hatte und hat viel effektivere Methoden, u.a. das Franchisesystem. Selbständige Unternehmer:innen werden zum Teil eines Systems, unterwerfen sich dem Diktat des Franchisegebers und erwerben ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht. Eines der größten Franchise-Unternehmen ist McDonald's. In Deutschland gibt es gegenwärtig 204 eigenständige Unternehmern:innen, die rund 1500 Filialen betreiben. 

Was passiert, wenn dieses Modell ausläuft, und was kommt danach? Genau bei dieser Fragestellung setzt Silke Schönfeld an. Nothing in this world can take the place of persistence schildert humorvoll und oft mit einem Augenzwinkern die Frage nach Entwicklung von (Kultur-)Gesellschaft und Bedürfnissen. Das ehemalige McDonald's Restaurant wird mal dokumentarisch, mal inszeniert zur Protagonistin des Strukturwandels in Herne, einer Stadt im Herzen des Ruhrgebiets.