Zapping Line

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2. Werkleitz Biennale 1996 Cluster Images
Zapping Line

Mein Projekt „zapping-lines“ ist ein kristallisiertes Gebärdenspiel zwischen verschiedenen technologisch bedingten Gesten eines Individuums, vom passiven zapping und automatischen klicking her, über das aktivere sampling hin bis zu der sich selbst behauptenden insert-Gestik. Meine Absicht dabei ist, aus einer beschleunigten Bilderwelt noch ein wenig Information über unsere Conditio Humana herauszudestillieren. (…) Als trainiertes TV-Kind kann ich selbst auch nicht anders als mich von dieser Wirklichkeit überfluten zu lassen und eifrig-gelangweilt hin und her zu zappen. Es kann ab und zu geschehen, dass ich knipsend ein paar gerasterte Flimmerfetzen in meinem Fotoapparat einfange. Bilder von Bildern einer eingebildeten Weltanschauung. Erst indem ich diese redundanten Aufnahmen wie ein D. J. sample und sie in verschiedenen Serien zu Rhythmen zusammenstelle, kann ich hoffen, noch als Subjekt in den Bilderstrom einzufliessen, vielleicht sogar Einfluss auf ihn zu gewinnen. Mein künstlerischer Anspruch verlangt von mir aber weniger eine Machtausuebung oder Mitläuferrettung als vielmehr eine überlebensnotwendige Selbst(er)findung. Durch einen insert-Schnitt versuche ich mich mit einem Eigenprogramm einzuschalten: mein Selbstbewusstsein als „resistance - image“, als Schützengraben meiner Sehnsüchte und Ängste, als Werbespot meines innersten Selbstgefühls, das ich, wenn es mir oft genug angepriesen wurde, zuletzt noch zu kaufen beginne („to buy“ bedeutet umgangssprachlich auch „an etwas glauben“).

1995, Installation

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