Willkommen im Rosenzimmer

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3. Werkleitz Biennale 1998 sub fiction
Willkommen im Rosenzimmer
Foto von Holger Kube Ventura

Auf der Galerie der Kirche hat Sabine Hartung eine Rauminstallation eingerichtet: „Willkommen im Rosenzimmer“. Seit über zehn Jahren schon beschäftigt sich die Offenbacher Künstlerin fast ausschließlich mit dem Motiv der Rose – der Königin der Blumen – die gemeinhin als Symbol der Schönheit, der Verehrung, der Zuneigung und Liebe gilt und somit den vielleicht größtmöglichen Gegenpol zu den Übeln der Welt herstellt. Denn könnte es „schöne Monster“ oder „böse Rosen“ geben?

Sabine Hartung zeichnet, malt, sammelt, untersucht und archiviert Bilder von Rosen, erstellt akribische Begriffslisten und strenge Beschreibungen dazu, und ihre Firma „Rosecraft“ bietet gleich ein ganzes Set unterschiedlicher Typen an, die man in gewünschtem Format und mit gewünschter Farbkombination auf Bestellung erhält. Viele ihrer Arbeitsinstallationen erscheinen als Werkblöcke, d. h. es geht dabei selten um ein einzelnes Exponat, dafür aber umso häufiger um das Besondere im Seriellen – und zwar im Seriellen der großen Komplimente des „Sag´s durch die Blume“, das bei Hartung einer distanzierten, manchmal normativen Überprüfung unterzogen wird. Dies läßt sich an der in dem Archivschrank angebotenen Materialfülle schnell nachvollziehen: Eine Couchsitzgruppe lädt zum Verweilen, Lesen und Durchstöbern ein. An den Wänden dagegen zeigt Hartung originale Ölgemälde sowie mehrere Blöcke äußerst feiner, faszinierender Zeichnungen (Bleistift, Tempera und Computerzeichnung), die jeweils nach unterschiedlichen Aspekten ihrer Interessen an diesem Sujet geordnet sind: Naturstudien; Wörterlisten; Gesten des Gebens, Nehmens und Komplimentierens; Rose als Accessoire; Rose als Attribut sowie statistische Graphiken zu ihrer Beschäftigung mit „Rosen“.

Sabine Hartung (D), Willkommen im Rosenzimmer, Installation zur Biennale: Gemälde, Zeichnungen, Akten, Archivregal, Karteien, Fotos, Sitzecke, Teppich etc.

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