Wild Seeds

Root Event

7. Werkleitz Biennale 2006 Happy Believers
Wild Seeds
IL 2005

Wir testen ständig unsere eigenen Grenzen aus, um die körperlichen, mentalen und emotionalen Beziehungen mit der Welt um uns herum zu konkretisieren und zu verhandeln. Wild Seeds der israelischen Künstlerin Yael Bartana untersucht dieses Experimentieren durch die Augen und Körper von Jugendlichen, die ihr eigenes Spiel auf der Grundlage einer echten Auseinandersetzung zwischen israelischen Soldaten und jüdischen Siedlern erfunden haben. Bartana hat dieses Spiel gefilmt, bei dem eine Gruppe Achtzehnjähriger (von denen einige kurz vor der Einberufung in die Armee stehen), Arme, Beine und Körper ineinander verschränken, während zwei andere die Rolle von Soldaten spielen, die versuchen, die Kette zu durchbrechen. Auf einem Bildschirm sehen wir das Spiel, hören das Gelächter und sehen das körperliche Ringen. Auf einem anderen Bildschirm werden die Worte der Jugendlichen (auf Englisch) transkribiert, die den Wechsel zwischen Spiel und Aggression vermitteln. Durch diesen faszinierenden Moment der Gemeinschaft erhalten die jungen Leute Kraft, sie klammern sich im wahrsten Sinne des Wortes aneinander und drücken instinktive Reaktionen auf die mit dem Spiel assoziierte Wirklichkeit aus. Während die Macht der spezifischen politischen Hintergründe des Spiels nicht ignoriert werden kann, bekommt man doch hier vor allem einen starken Eindruck des allgemeineren Potentials des Spielens, da es einen Raum für die intensive Erfahrung und den Ausdruck von Beziehungen öffnet, für deren Verhandlung die jungen Erwachsenen sonst womöglich keinen Freiraum gehabt hätten.

(Jan Schuijren, Angela Plohman: Spuren des Nächsten)

Yael Bartana, IL 2005, Zweikanal Videoinstallation, 4 min, Soundtrack Daniel Meir 
Courtesy Annet Gelink Gallery Amsterdam

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