Why Cybraceros?

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4. Werkleitz Biennale real[work]

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Why Cybraceros?
US 1998

Why Cybraceros? benutzt auf sarkastische Weise die Form eines Werbefilmes. Er basiert auf einem tatsächlichen Werbefilm des California Grower’s Council aus den späten vierziger Jahren mit dem Titel „Why Braceros?“. Der Film wurde vom Grower’s Council dazu verwendet, die Benutzung der Braceros, der mexikanischen Saisonarbeiter, zu verteidigen. Ich verwende dieses Filmmaterial alter Industrien, um kurz das Bracero-Programm in den USA darzulegen. Zur Mitte nimmt der Film eine scharfe Wendung, wenn der Sprecher für ein futuristisches Bracero-Programm plädiert, nach dem allein die Arbeit in die USA importiert werden soll. Die Arbeiter selbst (Cybraceros) bleiben zu Hause in Mexiko, da sie über Hochgeschwindigkeitsleitungen im Internet zu den amerikanischen Farmen tele-pendeln. Der Sprecher erklärt, dass es in dieser imaginären Zukunft keinen Unterschied zwischen Arm und Reich im Internet geben werde, dass es eine Zukunft ist, in der wirklich jeder von zu Hause aus arbeiten kann, sogar die Braceros.

Dieses dystopische Konzept einer Welt in der Emigranten in Amerika arbeiten können, ohne dort zu leben oder eine Verantwortung für die amerikanische Gesellschaft darzustellen ist für mich nicht nur eine bizarre Verdrehung des amerikanischen Traums; auf eine Art ist es die Verwirklichung des amerikanischen Traums. Die USA haben immer von der schlecht bezahlten (und manchmal unbezahlten) Arbeit der Emigranten profitiert, die es nach Amerika zog, zum Teil wegen des Traums des schnellen Erfolgs. Der Cybracero als störungsfreier, ungebundener, schlecht bezahlter Arbeiter ist der perfekte Emigrant. Der Cybracero ist die High-Tech Fassade des uralten amerikanischen Traumes.

Alex Rivera, US 1998, Video, 5 min, col

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