Welt als Takt

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Welt als Takt
26. 10. 2018

kuratiert von:

Smartphones, Suchmaschinen, Online-Shopping und soziale Netzwerke sind aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken. Wie sehr unsere enge emotionale Beziehung zu den elektronischen Medien die Zeitökonomie von Arbeit und Leben prägt, thematisiert Welt als Takt mit einer Auswahl historischer Industrie- und Dokumentarfilme. Thomas Imbachs Well Done handelt von der computerisierten Büroarbeit in einem großen schweizerischen Finanzdienstleistungsunternehmen, von der seriellen Logik des Systems, die sich in Körper und Sprache der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschreibt.  Das Rechenzentrum gibt das Tempo vor, das es einzuhalten gilt, um den Zusammenbruch zu verhindern. Der Telefunken-Film Sieben Briefe pro Sekunde von 1961 zeigt die Modernisierung des Postwesens anhand einer automatischen Briefsortieranlage. Ein einziger Fehler würde die mit großer Geschwindigkeit betriebene Maschine zum Stillstand bringen.  Eine maschinengleiche Routine menschlicher Tätigkeit porträtiert Jürgen Böttcher in Rangierer. Während die per Fernschreiber eintreffenden Informationen die Arbeitsabläufe im Rangierbahnhof Dresden-Friedrichstadt als Teil eines hochentwickelten Systems erkennbar machen, konterkariert die Bedächtigkeit der Männer das Zeitdiktat moderner Arbeitsorganisation. In Well Done sind es die ironischen Zwischenbemerkungen, Grimassen und Atempausen, die die kafkaeske Vision einer durchdigitalisierten Welt aufbrechen und eine Mensch-Maschine-Beziehung vorführen, die sich nie vollständig planen und verwerten lässt.

kuratiert von Florian Wüst

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