Weit Weit Weg

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Werkleitz Festival 2008 Amerika

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Weit Weit Weg
DE 1995

Bjørn Melhus’ Methode inhärent scheint der Aspekt der Medienkritik. Seltsamer und irritierender ist jedoch der inhaltliche Strang seines Werkes: die Aufarbeitung der eigenen Kindheit durch die medialen, amerikanischen Figuren. Im Zentrum dieser Auseinandersetzung stehen die drei Arbeiten dieses Programms, die man als eine Trilogie begreifen kann. Sie beginnt mit Weit Weit Weg, in der Bjørn Melhus als Dorothy aus The Wizard of Oz erscheint und versucht, mit der Welt hinter dem Regenbogen, nämlich Amerika, Kontakt aufzunehmen. Was zunächst als der komisch-vergebliche Versuch erscheint, den realen Menschen Bjørn Melhus mit der imaginären Figur seiner Fernsehkindheit zusammenzubringen, wendet sich durch die Widmung des Filmes „Für Britta“ – seine durch Freitod aus dem Leben geschiedene Schwester – ins Tragische: Der Regenbogen, der in Weit Weit Weg die mediale Verbindung der Welten symbolisiert, wird so zur Brücke zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. In der Androgynität Dorothys spiegeln sich sowohl Bjørn als auch Britta Melhus, er ersetzt die nicht Ersetzbare (1).

(1) Noch deutlicher wird das tragische Geschwistermotiv in der Arbeit The Oral Thing, in der Bjørn Melhus Bruder und Schwester in einer amerikanischen TV-Beichte spielt.

Bjørn Melhus, DE 1995 [excerpt], dt. OF mit engl. UT

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