… was man so sein eigen nennt: Der Mauergarten und andere Grenzfälle

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6. Werkleitz Biennale Common Property / Allgemeingut
… was man so sein eigen nennt: Der Mauergarten und andere Grenzfälle
DE 1998
… was man so sein eigen nennt: Der Mauergarten und andere Grenzfälle

Auf einem Zipfel im ehemaligen Grenzgebiet zwischen Ost- und West-Berlin, heute Kreuzberg und Mitte, liegt ein kleiner Gemüsegarten. Die Zuständigkeitswirren der Nach-Wende-Zeit haben dafür gesorgt, dass zwei türkische Familien ihr Gewohnheitsrecht, dort Zwiebeln, Kohl und Bohnen anzubauen, auch neun Jahre nach dem Mauerfall gegen alle Neuverortung des Eigentums behaupten konnten. Schlechter erging es den Wagenburg-BewohnerInnen auf der benachbarten brachliegenden Straße, auch ein Stück des ehemaligen Grenzstreifens – ihr Zuhause wurde abgeräumt und dem Verkehr übergeben.

Eigentum ist die Basis von Macht und Anerkennung. Wer nichts besitzt, ist abhängig von denen, die besitzen, und diese Abhängigkeit läßt sich rechnen. Im Alltag sind die Begriffe von ‚mein‘ und ‚dein‘ vieldeutiger. Sie können eine schlichte Zuordnung bedeuten oder den Anspruch auf exklusive Nutzung an einer Sache, aber auch das Bekenntnis zur Verantwortung dafür. Imma Harms und Thomas Winkelkotte untersuchen in ihrem Film, was Menschen in Zeiten, in denen Eigentumsverhältnisse neu geordnet werden, als ‚ihr eigenes‘ in Anspruch nehmen. Was gilt jenseits der gesetzlichen Normen als ‚eigenes‘, wenn das Rechtsverständnis sich am Brennpunkt unterschiedlicher sozialer und kultureller Strukturen konstituiert?

DE 1998, Video, 70 min, OF

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