Waiting for Extinction

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Werkleitz Festival 2011 ZOO

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Waiting for Extinction
Kurt Helm, Waiting for Extinction, 1997
© Kurt Helm, 1997

„Überzeugend ist, was möglich ist. Unmöglich ist, was überzeugt.“ (Kurt Helm)
Den unermüdlichen Ambitionen des Kunstdetektivs Ramon Haze ist es zu verdanken, dass wir im Rahmen der Ausstellung ZOO Natur die Installation Waiting for Extinction des Künstlers Kurt Helm präsentieren können. Helm, seit 1997 in Sachsen ansässig, schuf bis zu seinem Tod im Jahr 2037 eine unüberschaubare Anzahl an Figurengruppen, die er zu Lebzeiten ausschließlich in seinem Atelier in einer Leipziger Fabrik arrangierte. Von Helm als „politische Sinnbilder“* verstanden, sind heute nur noch wenige der Installationen überliefert. Als Helm Mitte der 21. Jahrhunderts entschied, seine in über 40 Jahren entstandene Sammlung aufzulösen und in möglichst vielen Einzellosen auf einer Auktion zu verkaufen, ging der maßgebliche Anteil der Helmschen Oevres an Fantasiewesen und ausgestorbenen Tieren verloren. Der Kunstdetektiv Ramon Haze arbeitet seither an einer Rekonstruktion des Helmschen Werks und konnte so bereits die Installationen „Unruhe“, Demokratische Spirale“, „Verführer und Verführte“, Hypnotisiserung der Massen durch den technokratischen Affen“ u. w. wieder herstellen.
Die hier gezeigte Figurengruppe Waiting for Extinction gilt als eine der ersten Tierguppen Helms aus dem Jahre 1997. Erst kürzlich wurde die Arbeit von Haze und seinen Mitarbeitern rekonstruiert und somit erstmals seit 1997 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Holmer Feldmann, enger Vertrauter und Mitarbeiter Hazes ist für „ZOO Natur“ mit der adäquaten Präsentation der Gruppe beauftragt worden. Ihm obliegt die dem Original gemäße Rekonstruktion, welche den Räumlichkeiten in formaler Hinsicht angepasst werden musste. Für die aktuelle Ausstellung wurde auf die Präsentationsform der Vitrine zurückgegriffen, die es den Besucherinnen und Besuchern ermöglicht den Helmschen Figuren besonders nahe zu kommen und ihre feinsinnige Mimik zu entdecken. Der Helm-Kenner Haze beschreibt als markantestes Kennzeichen deren „(…) ambivalente(n) Gesichtsausdruck, der zwischen Mitleid heischender Apathie und demonstrativer Freundlichkeit schwankt“**. Bis heute gelten Kurt Helms Figurengruppen, die er unter dem Obertitel „Der große Staatszirkus“ fasste, als wegweisend für eine politisch ambitionierten Kunst im 21. Jahrhundert.

(*Neustadt/Niedersachsenplatz, Kultur/Block e. V. (Hrsg.), Halle (Saale) 2004, S. 109
**The Art Collection THE CABINET of Ramon Haze, Kunstverein Leipzig (Hrsg.), Spector Leipzig.)

97 x 164 x 47 cm, eine große Menge Figuren aus Plastik auf Kohlenstaub in Vitrine, 1997

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