Vidimo se u citulji (The Crime that Changed Serbia)

Vidimo se u citulji (The Crime that Changed Serbia)
YU 1995

Der Film setzt sich aus Ausschnitten aus Interviews mit den führenden Vertretern von kriminellen Organisationen zusammen, die in dieser Zeit aktiv waren. Es werden ebenfalls Interviews mit Polizisten gezeigt und Bilder, auf denen die Mitglieder krimineller Organisationen in voller Bewaffnung zu sehen sind. Das kriegsgeschüttelte Serbien ist eine frustrierte Nation. Junge Menschen realisieren, dass ihre Zukunft Armut, Unsicherheit und Angst bereithält. Wie in vielen Städten ehemals kommunistischer Länder, sind die Menschen leicht vom Geld, Glanz und den Vorteilen der Mitgliedschaft in einer Bande zu beeindrucken. Abgesehen davon fehlt es an attraktiven Alternativen in einer Gesellschaft, die um die Menschen herum zusammenbricht und in der die Lebensstandards dramatisch fallen. Mitglied der jugoslawischen Mafia zu sein, verleiht ein Gefühl der Sicherheit, in einer Zeit in der die Mafia tatsächlich das einzige stabile Moment serbischen Lebens darzustellen scheint. In den Worten eines der Interviewten: „Jeder junge Mann in Serbien träumt davon, für wenigstens fünf Minuten Teil der Gang zu sein.“ Die gleiche Person fügt an: „Sterbliche (das heißt normale Menschen) werden in ihrem ganzen Leben nicht das erfahren, was einer von uns an einem einzigen Tag erlebt.“ Die Vorstellung von Kapitalismus als einer Jagd nach dem schnellen Geld und Profit ohne eigentlich produktiv arbeiten zu müssen, ist ein weiteres Motiv, in illegale Geschäfte einzusteigen. Es ist eine Generation, die Alles will und das möglichst sofort.

Janko Baljak (YU), Vidimo se u citulji - The Crime that Changed Serbia, 1995, Video, 35:00 min, col

Explore