Utopien vermeiden?

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Utopien vermeiden?
13. 10. 2013

Als Ergebnis der Zusammenarbeit mit Studenten aus Istanbul richten wir einen kollektiv gestalteten Bereich im Foyer des Festivalzentrums ein. Ein Tisch mit Zitaten, Readern, die unsere Diskussionsprozesse und deren historische und theoretische Bezugspunkte verdeutlichen, und Literatur zum Thema versammeln, bieten den Besuchern einen Ort zum Lesen, Denken und Sprechen. Dieser offene Raum des Austauschs ist flankiert von marginalen Interventionen: Ein Film über aktuell stattfindende Abbrucharbeiten in Halle Neustadt, ein verheißungsvoll glühendes Fenster, kleine, kaum wahrnehmbare Architekturmodelle, Makulaturpapierstapel, Ballons, eine Uhr ohne Zeit, ein Overheadprojektor, der die Besucher einläd, Text- und Farbcollagen zu kreieren – diese Elemente schaffen einen atmosphärischen Raum, der insbesondere durch ein Zitat der türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan seine Prägung erhält. Erdoğan hatte am 18. September 2013 Umwelt-Aktivisten, die gegen Baupläne der Regierung protestierten (siehe die Proteste gegen das Abholzen des Gezi-Parks in Istanbul, um dort ein Militärgebäude aus der Ottomanischen Zeit zu rekonstruieren, oder gegen Straßenkonstruktionen durch den Campuswald der Middle Eastern Technical University in Ankara), zugerufen: „…if you want, we can send you to the forest. Go and live in the forest!“
Dieses Zitat „gidin ormanda yaşayın…“, „go and live in the forest…“, lässt sich mit einer Reihe von utopischen Konzepten verbinden, man denke nur an Henry David Thoreau’s „Walden or Life in the Woods“ von 1854. Das Utopische ist immer an alternative Lebenskonzepte gekoppelt. Lassen sich also, will man das Bestehende kritisieren, überhaupt Utopien vermeiden?

Projektleitung: Maike Fraas, Malte Roloff;
in Kooperation mit Werkleitz Zentrum für Medienkunst Halle,
Mimar Sinan Güzel Sanatlar Üniversitesi, Istanbul;
Projektpartner: Prof. Dr. Melih Görgün, Doz. Dr. Bahar Aksel, Doz. Dr. Sinan Niyazioğlu, Umut Südüak, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Istanbul sowie Prof. Dr. Nike Bätzner, Halle;
Beteiligte Studierende der BURG: Maria Bauhofer, Johanna Padge, Sanna Schiffler, Olivia Schmid, Julia Senft, Nele Urbanowicz, Malte Westphalen, Judith Will;
Beteiligte Studierende der Mimar Sinan Güzel Sanatlar Üniversitesi: Serim Dinç, Başak İncekara, Tuğçe İşçi, Çağın Kaya, Volkan Kızıltunç.

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