Über Namen

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Über Namen
Über Namen © Stefania Smolkina

In einer Kombination aus Wörtern und Klängen wird jede Person in der Welt registriert. Der Name wirkt als etwas Selbstverständliches, aber in seiner Bedeutung erscheint er gleichzeitig allgegenwärtig und unendlich veränderlich. Namen zeigen Zugehörigkeit und Herkunft an. Namen sind auch ein Teil des zivilen Vertrages zwischen einer Bevölkerung und einem Staat.

Das Web Art Projekt beschäftigt sich mit den erzwungenen Namensänderungen im sozialistischen Bulgarien im Winter 1984-85, in dem alle Vertreter*innen der dort lebenden türkischen Minderheit gezwungen wurden, ihre Namen zu „bulgarisieren“. Sogar die Namen der Verstorbenen auf den muslimischen Friedhöfen wurden geändert oder zerstört. Das staatliche Narrativ und die damit verbundene Darstellung des Anderen spielen eine große Rolle, um solche Prozesse auszulösen und danach zu rechtfertigen. In den Ereignissen treffen sich mehrere Aspekte, die mich interessieren: es geht um maschinelle Assimilierung und Ausgrenzung durch Namensänderung, die Konfrontation zwischen Mensch und sozialistischem Staat und um Prozesse des individuellen Erinnerns an ein kollektives Ereignis. Das vorgestellte Ereignis außerhalb eines engen Kreises bleibt lokal.

Die pensionierten Skulpturen von sozialistischen Funktionären ruhen heute in einem Skulpturenpark. Die Grabsteine auf Friedhöfen werden zu alt um die Namen zu zeigen. Die Lücken in der Geschichte werden immer breiter.

Every person is registered in the world in a combination of words and sounds. The name acts as a matter of course, but in its meaning it appears both omnipresent and infinitely changeable. Names indicate affiliation and origin. Names are also part of a civil contract between a population and a state.

The Web Art project deals with the forced name changes in socialist Bulgaria in the winter of 1984-85, during which all representatives of the Turkish minority living there were forced to „bulgarize“ their names. Even the names on tombstones have been changed or destroyed. The narration and presentation about the other groups of people plays a major role in triggering such processes and then justifying them. There are several aspects in the events that interest me: it deals with automatic assimilation and exclusion through name change, the confrontation between man and the socialist state, and it is about processes of individual remembrance of a collective event.

Today the retired sculptures of socialist functionaries Rest in a sculpture park. Over time, the engraved names on the gravestones in cemeteries become illegible. The gaps in the story are getting bigger. In search of their traces in the present, the camera goes to different places and associative spaces. The story is implied, and so is the impossibility of it’s fully understanding.

Die Entwicklung des Prototypen des Projektes fand im Rahmen der werkleitz Professional Media Master Class 2018/2019 statt.

The development of the prototype of the project took place during the werkleitz Professional Media Master Class 2018/2019.

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