The Theory of an Idea

Root Event

3. Werkleitz Biennale 1998 sub fiction
The Theory of an Idea
1997

Bei der Arbeit von John Isaacs auf der Empore der Kirche Tornitz ergibt sich durch die abgehängte Hallendecke ein Korridor, der auf der einen Seite fensterverkleidet ist und dadurch weitere Blickperspektiven auf Gartenschlägers Installation zuläßt. Am Ende dieses Korridors, der gewissermaßen als Sackgasse mit dem Aufgang zum Kirchturm endet, steht ein großer Monitor, auf dem wiederum ein Portrait in Echtzeit gezeigt wird. Diesmal ist es ein Mann, der – in nächtlichem Licht – anscheinend bis zur Nase im Wasser steht, halb bedeckt bzw. getarnt durch belaubte Äste. Zuweilen blickt er nach rechts oder links, ohne den Kopf dabei zu bewegen, und man weiß nicht genau, ob er auf etwas oder jemanden wartet, und wenn ja, ob er diesen Erwarteten fürchtet und sich im Wasser zu verstecken sucht (also vielleicht ein Gejagter ist) oder ob er ihm auflauert. Ist er Täter oder Opfer? Das leise Gluckern und Plätschern des Wassers jedenfalls steigert dabei genau wie im Horror- oder Kriminalfilm die Spannung. Was wird gleich passieren? Wird er entdeckt werden oder wird er aus dem Wasser springen und jemanden überfallen? Nichts passiert. Die Spannung wird ins Unendliche überdehnt, der Protagonist verharrt in seiner mißlichen Lage, die mit der Zeit zu der des Betrachters wird. Enttäuschung und Beklemmung stellen sich ein.

John Isaacs (GB), The Theory of an Idea, Videoinstallation (courtesy: Olbrich Collection), 1 Monitor, S-VHS, Loops: ca. 20 min, Ton, 1997

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