Singularität und Resonanz

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2. Werkleitz Biennale 1996 Cluster Images
Singularität und Resonanz
8. 9. 1996
Singularität und Resonanz
Singularität und Resonanz
Singularität und Resonanz
Singularität und Resonanz
Singularität und Resonanz

Wenn eine Kegelbahn kurzfristig durch Kunst stillgelegt würde, wie müssten die Werke dafür dann aussehen? Es sollte sich wohl auch wieder ein für die Bilder notwendiger Zusammenhang und eine durch sie erzeugte Notwendigkeit einstellen, mit der die Okkupation überzeugend zu rechtfertigen wäre. In Absprache mit den Nutzern wurde von den Performern Gido Dietrich und M. Vänçi Stirnemann im Verlaufe des Festivals dort eine Materialsammlung angelegt. Aus Fundstücken und am Ort erworbenen Produkten bestehend, gab sie die Zeit-Ort-Verhältnisse der Gemeinde, der Ausstellungssituationen und der Lebensgewohnheiten eben jener wieder, die sich jetzt gerade und notwendigerweise hier aufhalten. In der abschließenden Aktion arrangierten beide die Objekte und das Territorium, um in einer subtilen Analyse den Raum, die Gegenstände, die Marktsituation nach der Wende 1989 und die Produktionsverhältnisse vor Ort zusammenbinden zu können. Während einer, am Boden kniend, die fortwährende Prozedur kontinuierlichen Arbeitens mit dem Streichen, Glätten und Walken des Lederbezuges eines Sportgerätes endlos wiederholt, schnitt und teilte der zweite, dessen Arbeitstisch aus den Sockelteilen des Turngerätes bestand, Speck, um die übriggebliebenen Schwarten anschließend gewaltsam mit Messer und Fleischklopfer zu einem Produkt zusammenzutreiben. Die dabei offengelegten Spielregeln des ungleichen Spiels entstammen den Differenzen aus Produktion und Umtrieb im Vertrieb von Waren und kennzeichnen nach wie vor das wirtschaftliche Gefälle zwischen Ost und West.

Text von

Martin Conrath

Performance

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