Schwalben am Spieß

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Werkleitz Festival 2011 ZOO

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Filmprogramm
Schwalben am Spieß
15. 10. 2011
Schwalben am Spiess, DE 1958, © Bernhard & Michael Grzimek

Wahrscheinlich waren die ersten Waffen, die Menschen herstellten – aus Stein geschlagene Faustkeile und Speerspitzen – gegen Tiere gerichtet. Zum Einsatz kamen die Waffen bei der Jagd. Das heißt, zur menschlichen Jagd auf Tiere gehören von Beginn an technische Hilfsmittel. Die Jagd entsteht also als eine Technik und nicht als naturwüchsiger Drang. Für die Diskussion um die Jagd heute ist das insofern von Bedeutung, weil eine Technik nie eine Naturgegebenheit ist und somit – zumindest potentiell – auch immer wieder aufgegeben oder verändert werden kann. Als der Film auf die Bühne kam, hatte sich die Jagd als soziale und Tiere tötende Technik längst zum hochherrschaftlichen Privileg mit Schnellfeuergewehren entwickelt. Als 1913 Seine Hoheit auf Fasanjagd ging, lagen ihm die Tiere so fern wie die Notwendigkeit der Nahrungsbeschaffung. Um den Kaiser waren mehrere Nachlader postiert, die seine Flinte immer schussbereit hielten, die Fasanen sind ausgesetzt und werden vor die Flinte getrieben. Umgekehrt chronologisch beginnt das Programm mit den Auswüchsen der adeligen Privilegienjagd und der kolonialistischen Jagd der Flußpferde im Negerdorf. Im Film, so scheint es, setzt danach eine Abkehr vom hochtechnisierten Töten von Tieren ein. In Schwalben am Spieß, einem der frühen Filme von Michael und Bernhard Grzimek von 1958, wird die Jagd auf Zugvögel verdammt. Und Peter Kubelka stellt 1966 in Unsere Afrikareise den Wichtigtuern auf Safari die afrikanischen Einheimischen und ihr Verhältnis zu den Tieren gegenüber. In seinem „Synchronereignis“ (Kubelka) ist es dann keine Frage, wem Kubelkas Sympathien gehören. Im Film wird die Jagd technisch abgerüstet. Besonders im ethnologischen Film wird die Jagd auch wieder zum Ritual, das symbolisch bleiben kann.

Filmprogramm

  • Seine Hoheit auf Fasanenjagd – Bilder vom Hof des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin, DE 1913/1914, 2 min; Archiv Bundesarchiv-Filmarchiv
  • Im Negerdorf – Jagd der Flusspferde, DE vor 1914, 3 min; Archiv Bundesarchiv-Filmarchiv
  • La Peine du talion Tit for Tat, Gaston Velle, FR 1906, 6 min [Piano]; Produktion Pathé; Archiv Lobster Films
  • Chevrolet Leader News (Vol. 2, No.3): Fish Story, Jam Handy Organization, USA 1936, 2 min; Archiv Prelinger Archives
  • Schwalben am Spieß, Bernhard & Michael Grzimek, DE 1958, 10 min
  • Unsere Afrikareise, Peter Kubelka, AU 1966, 13 min
  • Wildschweingeschichten – Jagd im Revier, Heinz Meynhardt, DDR 1981, 14 min; Aus dem Deutschen Rundfunkarchiv. Mit freundlicher Genehmigung von Margot Meynhardt
  • Stalking (Camera follows Man Ray), William Wegman, USA 1975, 2 min

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