Schrebergarten

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Schrebergarten
Phillip Janta, Schrebergarten, 2010
© Phillip Janta, 2010

Der Laubenpiper zieht gedankenverloren an seiner Zigarette und geht einer unbestimmt kontemplativen Beschäftigung nach. Dass draußen, jenseits der Laube, das Krokodil bereits über die Plastikflamingos herfällt scheint er nicht bemerken zu wollen. Im nächsten Bild dann sogar ein Tyrannosaurus Rex, der so beiläufig im Schatten eines stillgelegten Wohnwagens auftaucht und sich auf großem Fuß aber mit leisen Sohlen ins monochromatische Bildgefüge versetzt, dass man mit der Schulter zucken möchte. Es scheint sich auch niemand daran zu stören, dass am Sommernachthimmel ein entschwebendes Ufo, in der dritten aus vier Motiven bestehenden Arbeit, die Tapisserie verlässt, die sich erst bei näherer Betrachtung als vermeintlicher Tatort einer gerade stattgefundenen Gewalttat entpuppt. Auf den ersten Blick sieht das alles nämlich so herrlich normal aus und nichts scheint diese trügerische Ruhe, an dem alles seinen zugewiesenen Platz hat, stören zu können. Gerade diese totale Idylle, im Hort spießbürgerlichster Kultiviertheit ist es, die dem Schwarzhumorigen und Abseitigen seine höchste Daseinsberechtigung zu verleihen scheint. Man benötigt einen Moment um zu realisieren nämlich dass in den hier gezeigten Arbeiten des Illustrators Philip Janta zum Glück etwas offenkundig ganz und gar nicht stimmt. Hervorgekehrt wird dies spielerisch und mit einem stets zwinkernden Auge. Die Drucke unter dem Begriff „Schrebergarten“ zusammengefasst, entstanden für das lettische Comicmagazin Kush! welches im letzten Jahr gemeinsam mit der Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig eine Sonderausgabe zum selben Thema herausbrachte.

40 x 60 cm (Originalgröße), monochrom, 4 Drucke, 2010

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