Rohfilm

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2. Werkleitz Biennale 1996 Cluster Images

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Rohfilm
DE 1968

Als ich „Rohfilm“ zum ersten Mal sah, hatte ich das Gefühl, einem visuellen Bombardement ausgesetzt zu sein. Der Film ist eine zermürbende Sammlung von Bildern, Mustern und Texturen, hergestellt aus allen möglichen physischen (rohen) Aspekten des Films. Einige der Bilder wurden fotografisch erzeugt (abfotografierte Fotografien), andere entstanden durch einfaches Kratzen auf das Rohfilmmaterial. Als ein nichtprojizierter Streifen Film sieht es wie eine ungewöhnliche Collage von 16 mm Breite und über 200 Meter Länge aus. Alle Arten von Filmstücken, Bildern, Teile von Bildern, Randlöcher, Filmperforationen wurden gesammelt und auf den Film kopiert, manchmal innerhalb des einzelnen Filmbildes, manchmal ohne Rücksicht auf den Rahmen des einzelnen Kaders. Wenn man den Film projiziert, kann man kein bestimmtes Bild wahrnehmen. Das Auge und der Körper erleben nur das physische Experiment des Films, kombiniert mit einem zermürbenden Ton (von Christian Michelis). Man sieht praktisch keinen Teil des Filmes lange genug, dass er sich ins Bewusstsein einprägen könnte, weder für die Erinnerung noch für Assoziationen. Mit anderen Worten, jede Form von Erzählung wurde ausgeschaltet, und die Struktur des Films existiert nur durch seine summiert physikalische Präsenz über einen Zeitraum von begrenzter Dauer. Den ganzen Film kann man niemals als etwas anderes sehen als eine Erfahrung oder einen starken Eindruck, und er kann als solcher beschrieben werden. Das Bewusstsein der Heins für die physischen Qualitäten ist so stark, dass sie beabsichtigen, von alten, oft gespielten und verkratzten Kopien, neue Kopien zu ziehen. Diese würden die alten ersetzen, um somit den Prozess der Veränderung der Form zu erhalten.

16mm, 20 min

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