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Juli Sing, Reservat, 2010
© Juli Sing, 2010

Reservat ist Teil des Werkkomplexes Kataster. Die Fotoserie beschäftigt sich mit dem Rückzug des Menschen aus der Natur. Die Fotografien wurden im Naturpark Bayrischer Wald aufgenommen, dem größten und ältesten Naturwaldreservat Deutschlands. Das Interesse der Künstlerin galt hier vor allem der Frage, inwieweit sich bereits bestehende Bilder der Natur auf die Gestaltung solcher Gebiete auswirken, wie sie dem Betrachter, der die Natur meist als erholungssuchender Tourist besucht, vermittelt werden. 
Im Gegensatz zu forstwirtschaftlich genutzten Gebieten, wird der Wald „sich selbst überlassen“. Er darf und soll so seine eigene ursprüngliche Form hervorbringen. Wildnis wird hier in einem „Akt der Kulturation“* re-kreiert.
Die generelle Abwesenheit von ursprünglicher Natur in unserer modernen Erfahrungswelt wirft , an einem solchen Ort, deshalb auch die Frage nach dem eigentlichen Aussehen der neu zu schaffenden Wildnis auf. Kann man sie wirklich sich selbst überlassen, oder soll sie so gestaltet werden, wie sie an diesem Ort vor einiger Zeit einmal ausgesehen hat? Sollen ursprünglich angesiedelte Arten wieder eingeführt werden, oder soll sie vielmehr von einer globalisierten Natur geprägt sein, die aus anderen Erdteilen immigrierte Pflanzen und Tiere beherbergt? Und vor allem: kann, so wie es der Steg auf jedem der Fotos suggeriert, eine räumliche und visuelle Trennung von Mensch und Natur überhaupt dauerhaft aufrecht erhalten werden?

(* Brigitte Franzen; Die vierte Natur: Gärten in der zeitgenössischen Kunst; Verlag der Buchhandlung Walther König; Köln; 2000; hierbei S.10)

40 x 50 cm, 5 Pigment Prints, gerahmt, 2010

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