Problem Factory

Root Event

7. Werkleitz Biennale 2006 Happy Believers
Problem Factory
DK 2006

Im Foyer des Volksparks hat der dänische Künstler John Kørner eine ,Problemfabrik‘ gemalt und aufgebaut. Problem Factory ist ein Wandgemälde, das ein Problem-Festival und zugleich ein effizientes Produktionsbüro für Probleme vorstellt, beides auf die Innenseiten einer Reihe von Lagerregalen gemalt, die sich unter der Last der aufgereihten Probleme biegen. Zur Einteilung der Probleme in seiner Kunst hat Kørner ein System entwickelt – und zwar vornehmlich für die nicht klar umrissenen Probleme im Sinne von ,Wie soll ich mich verhalten?‘, für die es – wenn überhaupt – nur uneindeutige, heuristische Lösungen gibt6.
Damit sie deutlicher werden, verwendet Kørner für ,Problem‘ oder für ,Abstraktion‘ ein Zeichen, und zwar den ,Fleck‘. Dieser taucht, wie in Man With 44 Problems und Problem Factory, in den meisten seiner Arbeiten auf. Ein ,Problem‘ kann für Kørner eine Farbe sein – womit es rote, violette und gelbe Probleme gibt. Es sind alte und neue Probleme, die er in seinen Gemälden zusammenführt und die er mit Bezug auf die ,Zivilisation‘ und die Problematik der ,modernen Malerei‘ beispielsweise A Modern Problem nennt. Ein Museumsgebäude ist ebenso gut ein Problem wie eine Fabrik. Dasselbe gilt für Waffen, oder selbst für einen Matrosen. Ständig tauchen Probleme auf.
Kørner kam es darauf an, neue Möglichkeiten zu erschließen, wie man Malerei in Bezug zur Öffentlichkeit setzen kann. Er ist bekannt dafür, seine Gemälde, die er ebenfalls „Probleme“ nennt, im öffentlichen Raum zu präsentieren – als eine Form von konfrontativer Kunst und ein Zeichen für direkte Kommunikation. Ebenso häufig baut er auch Bühnen in den Ausstellungsräumen mit und für seine Gemälde auf. Im Rahmen von Happy Believers und seiner Auseinandersetzung mit Glaubenssystemen lässt sich Problem Factory insofern als ein lokales Kosmogramm verstehen, als die Biennale einen Schnittpunkt verschiedener Glaubenssysteme bildet, deren Nebeneinander – was nicht überrascht – auch zur konstanten Verhandlung und Erzeugung neuer Probleme führt.

(Solvej Helweg Ovesen: Der Thron bleibt leer)

John Kørner, DK 2006, Wandmalerei mit Skulptur
Courtesy the artist

Explore

Überveranstaltung