Poetry in Public Project

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4. Werkleitz Biennale real[work]

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Poetry in Public Project

Meine Aktivitäten fassen immer Kunst und Aktivismus zusammen. Ich organisiere Workshops zu Menschenrechten und Aktivitäten für führende Gemeindemitglieder, insbesondere PWHA, Künstleraustausch und kulturelle Veranstaltungen. Ich führe auch Performances durch, wobei ich Gedichte, Kurzgeschichten und Essays über Politik, Kunst und die Gesellschaft schreibe.


Seit 1998 organisiere ich das jährlich stattfindende ASIATOPIA Performance Art Festival in Bangkok, welches sich auf asiatische Performance konzentriert. 1999 organisierte ich eine Lyriklesung von Performance-Künstlern im Concrete House, zum Gedenken an den verstorbenen Dichter und Maler Tang Chang. Ich begann mit Text-Performances zu experimentieren und fand dies sehr anregend.

Lyrik bedeutet „Zeit schreiben“, was so weit geht, dass man eine andere Empfindung von Zeit erhält. Das Vortragen von Lyrik bedeutet das Übersetzen von Text in Klang, das heisst, die Übertragung in ein anderes Medium. Der Klang vorgetragener Lyrik ist eine Ausdrucksform der Performance. Meine Intention geht nicht dahin, die Sprache oder Bedeutung der Lyrik zu übersetzen, sondern den Klang der ungekünstelten Sprache und der der Literatur inneliegenden Musik zu präsentieren.

Zehn zeitgenössische thailändische Poeten, die ich persönlich ausgewählt und eingeladen habe, teilen alle dieselbe Lebensauffassung und politische Ideologie. Bezeichnenderweise sind sie Teil der heutigen Generation. Sie sind angesehene junge Pioniere des thailändischen Literaturzirkels und sie repräsentieren das heutige Thailand.

Ich möchte versuchen, den Text in thailändischer Sprache auszudrücken. Jedes Gedicht führt mich durch seine Klang- und Rhythmusstruktur. Ich will versuchen, jedes einzelne Gedicht in geschriebenem Text zu beschreiben, nachdem der Klang des Gedichts wiedergegeben wurde. Dies soll den Zuschauern helfen, statt der ursprünglichen Lyrik selbst, die Bedeutung der neu geschriebenen und neu interpretierten Lyrik für den Moment zu schätzen. Wir alle wurden dahingehend konditioniert, Worte zu lesen statt dem Klang der Worte zu lauschen.

Wir wurden konditioniert, der Musik zuzuhören, jedoch nicht dem Klang der Musik. Unsere Fähigkeit, zu sehen und zu hören wurde dahingehend konditioniert, Instruktionen zu folgen und unsere Kommunikation einzuschränken. Ich lege diesen Prozess offen, um nach Alternativen für uns zu suchen, wie wir einander erreichen und kulturelle Barrieren durchbrechen können. Zumindest versuche ich es.

 

Chumpon Apisuk (TH), Poetry in Public Project, Performance am 6.7.2000, Tornitz/Werkleitz

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