Planeta Alemania

Root Event

5. Werkleitz Biennale 2002 Zugewinngemeinschaft
Planeta Alemania
DE 1999

„Planeta Alemania“ ist der Versuch, ein filmisches Porträt über eine Frau zu machen, die sich vor der Kamera nicht zeigen kann. In Deutschland leben und arbeiten viele Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung, „ohne Papiere“. Und das bedeutet mehr, als keinen Zugang zu staatsbürgerlichen und sozialen Rechten zu haben. „Es ist, wie ständig auf der Flucht zu sein. Wir leben praktisch wie Verbrecher, ohne ein Verbrechen begangen zu haben.“ In den Medien wird dieses negative Bild verstärkt – aus dem Fernsehen kennen wir Leute wie die Protagonistin als „Illegale“, verpixelt, zu „Schattenmenschen“ degradiert oder mit Balken vor dem Gesicht, als Opfer und Täter gleichermaßen.
In monatelangen Gesprächen haben wir zu viert – Protagonistin, FilmemacherInnen und Übersetzerin – die Dramaturgie für dieses Video entwickelt. Aus der Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen wie Gesundheit, Arbeit, der täglichen Diskriminierung entstand eine Konzeption, die zu jedem Thema mit verschiedenen Formen der Darstellung arbeitet. Fragmentarisch, tableauartig ergibt sich das Bild
einer Person, ohne dass sie tatsächlich die Unsichtbarkeit verlässt. Ihre Analysen, ihre Träume, ihre Hoffnungen und ihre Gedanken ermöglichen einen veränderten Blickwinkel auf den „Planeta Alemania“. (dogfilm)

dogfilm&companer@s (DE), 1999, 38 min.

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