Picnic, Galata

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6. Werkleitz Biennale Common Property / Allgemeingut
Picnic, Galata
Oda Projesi: Picnic, Galata Istanbul, Juni 2004

Oda Projesi bedeuted auf deutsch „Raum-“ oder „Zimmer-Projekt“ und bezeichnet drei ebenerdig gelegene Räume an einem kleinen Innenhof-Platz in Istanbul, sowie die drei Künstlerinnen Özge Aç¦kkol, Günes Savas und Seçil Yersel. Oda Projesi bezeichnet aber auch eine kulturelle Praxisform, die von den Künstlerinnen an diesem Platz eingesetzt wird, die sich offen und anknüpfungsbereit der Vorstellung gemeinsam produzierter Kultur nähert. Das Öffnen eines Raums, in dem Ausstellungen stattfinden, und auch das wird in den Räumen von Oda Projesi getan, mag als erster Schritt dem bekannten Modell selbstorganisierter Räume ähneln, die an eine lange Genealogie ähnlicher Projekte weltweit anknüpfen. Der kulturelle Ort als Insert im städtischen Raum Istanbuls führt in diesem Fall nicht zu einer Parallelität zwischen dem Kunstfeld und dem täglichen Leben der Straße, sondern zu einer wechselseitigen Beeinflussung, die sowohl durch die Herangehensweise der Künstlerinnen als auch durch die Bewohner und Bewohnerinnen geprägt ist.

Diese Aushandlung sollte man sich aber nicht als quasi naturgegeben vorstellen. Ein Konzept, das sowohl einen reflektierten Kunstbegriff verhandelt, also Kollektivität, künstlerische Methode und Öffentlichkeitsbegriff, als auch auf eine emanzipierte und mediatisierte Öffentlichkeit stößt, findet zwangsläufig an einer Schnittstelle zeitgenössischer Kunst statt, an der es auf das Selbsterfindungspotential der Beteiligten ankommt.

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