Nothing Special Happened

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2. Werkleitz Biennale 1996 Cluster Images
Nothing Special Happened
DE 1996

DIE ALTE GESCHICHTE: Meine Videoarbeit basiert formal auf dem audio-visuellen Ausdruck, den die Spezialeffekte bei der Videonachbearbeitung anbieten. „Joz, Ek & Lili“ ist eine nahezu traditionelle Filmgeschichte, die jedoch eine Menge an Bild- und Klangmanipulation benutzt. Sie „rekonstruiert“ den bekannten Mythos von Paris und den drei Göttinnen in zeitgenössischen Szenen. Die Geschichte vom goldenen Apfel ist vorherbestimmt (die Wahl des Paris führt auf jeden Fall zum Krieg) und untersucht die Bedeutung von Schlüsselpunkten in der linearen Struktur unter Einschluss möglicher menschlicher Teilnahme. Der Erzählverlauf weist eine bestimmte Entwicklung auf, die unabhängig von der der Darsteller ist. Bisweilen sagt man „Schicksal“ dazu. Der Charakter der Schlüsselfiguren ist geprägt von der Notwendigkeit, sich einzupassen.
DIE AKTUELLE VERSION: Dieses Video ist ein Experiment, um neue Verbindungen zwischen den Darstellern herzustellen und die Einlagen der alten Geschichte sozusagen als „Hypertext“ wiederzustellen. Die aktuelle Geschichte vom goldenen Apfel wäre anders. Wenn die Göttinen nicht in dem Wettbewerb teilnehmen sollten, endete die Geschichte sofort. Es gäbe keinen Zorn, keine zum Krieg führende Eifersucht und nichts mehr zu sagen: Keine Neuigkeiten! Trotzdem sagt Paris, unser Held in dieser Version, irgendwann: „Alles geschieht im Hintergrund, sogar wenn es offengelegt wird, weiss ich: nichts. Wenn alles in dieser ausgedachten Gegenwart existierte, kann alles passieren und nichts wird sich wiederholen“.

Erika Pásztor, DE 1996

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