MSE 500

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4. Werkleitz Biennale real[work]
MSE 500
DE 2000
MSE 500
© Thomas Bruns
MSE 500
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MSE 500
© Thomas Bruns
MSE 500
© Thomas Bruns
MSE 500
© Thomas Bruns
MSE 500
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MSE 500
© Thomas Bruns

Gebäude, ihre Fassaden und Grundrisse, zeigen wie Menschen leben, arbeiten und sich im Alltag organisieren. Auch die in den Bauten verarbeiteten Materialien geben Auskunft über die Befindlichkeit einer Gesellschaft und ihre Prioritäten. Franka Hörnschemeyer verarbeitet aufgrund dieser Erkenntnis seit Beginn ihrer künstlerischen Arbeit rohe Bau- und Konstruktionsmaterialien wie Gipskartonplatten und Schal-Elemente, das heißt Materialen, die in der 2. Hälfte des 20 Jahrhunderts als Norm-Einheiten für die Bedürfnisse schneller, rationeller Bauweisen entwickelt wurden.

Die Arbeit MSE 500 griff in ihrer Konstruktion Grundrisse und Maßangaben und Daten aus verschiedenen Nutzungsphasen des Konsumgebäudes, des heutigen Sitzes der Werkleitz Gesellschaft auf. Das Gebäude, dessen Vergangenheit als Scheune eines landwirtschaftlichem Betriebs im 19. Jahrhundert nur noch aus Dokumenten und anhand des partiell freiliegenden Mauerwerks zu erahnen ist, wurde in den 70er Jahren in zweijähtiger Feierabendarbeit zur Schule umgebaut. Die Schule, die aufgrund zurückgehender Geburtenzahlen bereits 1980 geschlossen werden musste, wurde später zur Unterbringung des Kindergartens genutzt, bis die Aufrechterhaltung eines eigenen Kindergartens im Dorf nach der Wende aufgrund gekürzter Mittel nicht länger möglich war. Eine Nutzung als Gemüsehandel und darauffolgend als Konsum schloß sich an. Nach der Schliessung des Konsums 1995 zog 1996 die Werkleitz Gesellschaft in das Gebäude ein.

Die Frage, welche gesellschaftliche Situation sich mit welcher Nutzung von Gebäuden und damit auch welchen Arbeitsformen verbindet, kam in der entstandenen Arbeit auf körperlich wahrnehmbare Weise zur Sprache. Die Arbeit versetzte die Komplexität vergangener Strukturen und Nutzungen des Gebäudes in abstrakter Form und stellte sie als begehbare labyrinthische temporäre Architektur in den Außenraum.

Ein Gespräch mit der ehemaligen Lehrerin der Schule, Renate Koch, und der ursprünglichen Besitzerin des Gebäudes, Regina Schröder, war eine wesentliche Grundlage für die Konzeption der Arbeit. Eine gekürzte Fassung des Gesprächs war im ‚Manual‘, der begleitend zur Biennale erschienen Publikation, abgedruckt.

Autor des Textes

Corinna Koch & Christiane Mennicke-Schwarz

Franka Hörnschemeyer (D), MSE 500, 2000

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