.move forward: Ausstellungsparcours

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Werkleitz Festival 2012 .move forward
Werkleitz Festival 2012 .move forward – new mexican and european media art
.move forward: Ausstellungsparcours

Keine Kunsthalle, kein Museum, kein Theater, sondern ein innerstädtischer Straßenzug ist Ausstellungsort von .move forward. Der für .move forward entwickelte Ausstellungsparcours im Stadtzentrum von Halle (Saale) erstreckt sich auf einer 500 Meter langen Route vom Stadtbad durch die Große Steinstraße bis zum Varieté am Steintor. Ein legendäres Hotel, die Reste eines Kinosaals und eine einstige Feuerwache sind weitere markante Orte des Parcours.

Die Entwicklung von Ausstellungsorten jenseits von für den Kunstbetrieb institutionalisierten Räumen ist langjährige Praxis von Werkleitz. Für ein Festivalthema wie ZOO (2011) den Hörsaal der halleschen Zoologie als Kino zu eröffnen, ist naheliegend, den Volkspark als einstiges Kommunehaus der halleschen Arbeiterschaft bei Common Property (2004) einzusetzen, ist die Verortung einer Idee. Mit .move forward wird die Stadt selbst zum Ausstellungsort.

Die Orte der Ausstellung .move forward haben voneinander unabhängige Bedeutungen. Die jeweilige Geschichte der Orte ist aus ihren überkommenen Bezeichnungen (Schauburg, Feuerwache, Varieté) zu erahnen. Ihr Zustand, ihre spezifische Architektur und Gliederung sowie ihre verschiedenen Texturen lassen weitere Mutmaßungen zu. Einige der gezeigten Arbeiten sind auf ihren Ausstellungsort zugeschnitten, andere mussten für die Besonderheiten des Ortes weiterentwickelt werden.

Die unmittelbare Nachbarschaft mehrerer exponierter, zum größten Teil brachliegender Orte macht die Zusammenschau der Arbeiten im Parcours möglich. Eine komfortable Leere ist die Raumsituation des Ausstellungsparcours, sie kennzeichnet den Alltag dieser Straße. Um in Vorbereitung der Ausstellung mehr über den Alltag der Straße berichten zu können, initiiert Werkleitz Radiogespräche mit Anwohnern und Akteuren des Quartiers, in ihnen werden zugleich die verschiedenen, an die Entwicklung des Quartiers geknüpften Erwartungen vorgestellt.

Megacity versus schrumpfende Stadt:
Die Große Steinstraße und das Steintor gehören zu den aktuellen Entwicklungsgebieten von Halle. Eine versprochene künftige wirtschaftliche Prosperität des Quartiers lässt sich zunächst aus seiner Funktion ableiten: Das Steintor als zentraler Verkehrsplatz ist das Portal in die Stadt, die Große Steinstraße führt direkt zum Marktplatz. Maßgeblich für eine solche Entwicklung sind jedoch der Rückbau der Großwohnsiedlungen im Westen und Süden der Stadt sowie die Konzentration auf die zentrumsnahen Quartiere. Im Gegensatz zu Mexico City schrumpft die Stadt Halle (Saale) auf ein historisches Zentrum zurück. Insofern bestehen die Anziehungspunkte zwischen beiden Städten einmal mehr in ihrer Verschiedenheit.

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