Kassandra

Root Event

Schaufenster in die Stadt Videorama
Kassandra
1. 3. bis 31. 3. 2010
DE 2008
Kassandra, Johanna Reich, 2008
© Johanna Reich, 2008

Kassandra gehört zu der Videoserie Transformationen, die sich mit dem Einfluss der filmischen Technik auf den Menschen auseinandersetzt.

»Zu sehen ist eine androgyn wirkende Figur, ein Ausschnitt aus dem Stummfilm Dr. Mabuse, 192½2, von Fritz Lang. Ein Film, der wie kein zweiter zum Sittengemälde seiner Zeit geriet. Ähnlich wie Kassandra vor dem Trojanischen Pferd warnte, wurde Langs Dr. Mabuse als Prophezeiung eines Diktators wie Adolf Hitler interpretiert. Beide, Kassandra und Dr. Mabuse, eint eine Erzählung, eine Geschichte, die sich mit Zukunftsdeutung bzw. Voraussagen beschäftigt. (…) Das Schneiden der Löcher durch die Projektion, durch den Stoff, durch die Ebenen hindurch bis zum bloßen Gesicht der Figur, enthüllt die vielen Erzählebenen, die sich überlagernden historischen Schichten. Damit werden zugleich die eine Erzählung strukturierenden Ebenen wie Sprache, Bild und Metapher aufgedeckt. Kassandra macht deutlich, dass man sich bewusst dazu entschließen muss, selbst zu sehen. Man darf Anstrengung und Neubeginn nicht scheuen, um aus seinem eigenen Körper heraus sehen zu können. Eine Geste, die auffordert, das eigene Sehen immer wieder neu zu positionieren.«

Stefanie Manthey über Johanna Reichs Videoinstallation Kassandra in: Regina Wyrwoll (Hrsg.), »NamJunePaik_Award2008«, Köln 2008.

Johanna Reich, DE 2008, 4 min Loop

Explore

Überveranstaltung