inter-esse

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2. Werkleitz Biennale 1996 Cluster Images
inter-esse
DE 1996
inter-esse

Rainer Gottemeier hat mit seinem Projekt „inter-esse“ ein dichtes und konkretes Netz an sozialen, räumlichen und zeitlichen Bezügen zwischen den beiden Gemeindeteilen und visionären Orten gelegt. Ausgehend von Kirchenbüchern, registrierte er alle derzeitigen Einwohner der Gemeinde, kopierte deren Namen jeweils auf Klarsichtfolien und band die Blätter zusammen mit Karten der fremden Orte zu je einem Gemeindebuch zusammen, das er in der Kirche der jeweils anderen Gemeinde auslegte. Unter Glas ansichtig, aber für direkte Zugriffe versperrt, übernimmt dort die Projektion eines Videobandes in endloser Erinnerung das Blättern, und so wie im Wechsel die Transparenz sich zur Gegenwart verhält, so würde die tatsächliche Erinnerung ohne den sich wiederholenden Aufruf diffus. Den Aufrufen entsprechen Gottemeiers visionäre Begriffe, die er, einem Satz Roland Barthes verbunden, als aufrecht stehendes Zeichen, als Wortpfeiler zwischen Erinnern und Vergessen an Hauswänden, Toren und Fenstern errichtete.

Autor des Textes

Martin Conrath

Buchobjekte, Video

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